Die Schüler des Sonderpädagogischen Förderzentrum Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule Foto:Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule
Die Schüler des Sonderpädagogischen Förderzentrum Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule Foto:Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule

Lieber mal auf das Herz als Ratgeber hören

Schon bei der Geburt ihrer Zwillinge erfuhr Bettina Ortner-Laczi, dass es „Probleme geben wird“. Trotzdem besuchten ihre Tochter und ihr Sohn einen Regelkindergarten. In der Schule trennten sich die Wege. Während ihre Tochter in eine normale Grundschule geht, kam der heute neun Jahre alte Leon auf die Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule der Diakonie Neuendettelsau in Ansbach.

Spaß an der Schule

Leon geht in die zweite Klasse, ist aber schon im dritten Schuljahr, denn im Sonderpädagogischen Förderzentrum haben die Kinder drei Jahre Zeit für das Programm der beiden ersten Klassenstufen. Für Ortner-Laczi war die Entscheidung für die Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule nie ein Problem: „In den fast drei Jahren habe ich noch nie gehört, dass Leon nicht in die Schule gehen will“.

Pensum wird individuell angepasst

Sabine und Thomas Birkmeier schätzen es, dass an der Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule keine Pauschalaufgaben gestellt, sondern das Pensum individuell angepasst wird. Mit Hilfe von spielerischen Elementen nähern sich die Kinder Inhalten wie dem Multiplizieren und das in kleinen Klassen.

Fünf Kinder haben die Birkmeiers und die meisten von ihnen waren oder sind schulisch sehr erfolgreich. Bei ihrem Sohn Kilian aber zeigte sich in der Regelschule, dass er dem Lerntempo dort nicht gewachsen war.

Lernen mit Herz, Hirn und Hand

Ein Test ergab, dass die Johann-Heinrich-Pestalozzischule der richtige Ort für ihn sein könnte. „Ich bin glücklich, dass wir den Schritt getan haben. Wenn bei einem Kind Förderbedarf festgestellt wird, sollten die Eltern sich keine Gedanken machen, ob sie etwas falsch gemacht haben. Jedes Kind ist einzigartig und manche Kinder brauchen ein bisschen mehr Starthilfe als andere. “

Die Eltern beim gemeinsamen Gespräch. Foto:Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule

Die Eltern beim gemeinsamen Gespräch. Foto:Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule

Schulleiterin Ulrike Hahn hat es schon oft erlebt, dass Kinder frustriert von der Regelschule kommen: „Bei uns erleben sie sich wieder als jemand, der was kann, der was schafft, der anderen helfen kann“. Dafür bringen die Schüler ganz unterschiedliche Stärken und Schwächen mit. „Wir fangen handelnd an – wir tun es. Lernen mit Herz, Hirn und Hand“, lautet die Devise, denn „nur über das Tun können wir verstehen“.

Viel Unsinn wird erzählt

Sabine und Thomas Birkmeier finden es wichtig, dass man sich bei der Entscheidung nicht von außen reinreden lässt. „Es ist völliger Blödsinn, dass hier nur die sind, die durchs Netz fallen“.

Ulrike Hahn weiß von ihren Erfahrungen im Mobilen Sonderpädagogischen Dienst, dass in vielen Fällen Opas und Tanten reinreden. Manche Kindergärten und Schulen geben Informationen und Termine nicht weiter. Wenn sich bei einem Kind ein Förderbedarf abzeichnet, rät sie dazu, sich bei einer Besichtigung ein eigenes Bild von der Johann-Heinrich-Pestalozzischule zu machen.

„Eltern spüren im Herzen, was gut für ihr Kind ist“, ist Ulrike Hahn überzeugt.  „Wir beraten nur, die Eltern entscheiden“, sagt Hahn weiter. „Hilfreich kann es sein, mit anderen Eltern zu sprechen, die ein Kind am Förderzentrum haben.“

Wie läuft ein Test ab?

Die Mitarbeiter des Mobilen Sozialpädagogischen Dienstes sehen sich das Kind zunächst eingebunden in die Klasse im Unterricht an. Schulleistungen spielen bei der Einschätzung ebenso eine Rolle wie die Frage, ob das Kind ängstlich oder selbstbewusst agiert. In die ausführliche Diagnostik fließen die Erkenntnisse von Eltern, Lehrern und Therapeuten ein. Das Ergebnis ist offen. Wenn kein sonderpädagogischer Förderbedarf besteht, kann durchaus eine Empfehlung für die Regelschule ausgesprochen werden. Die Entscheidung über den weiteren schulischen Weg ihres Kindes treffen aber stets die Eltern.

Der Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Diakonie Neuendettelsau.

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