Circus Carl Althoff gastiert in Ansbach. Fotos: Chris Ureba.
Circus Carl Althoff gastiert in Ansbach. Fotos: Chris Ureba.

Zirkusgastspiel: Stadt gibt überraschend grünes Licht

Neuer Zündstoff in Sachen „Zirkus um die Zirkusse“: Wie unsere Redaktion kürzlich erfahren hat, gastiert ab diesem Freitag Circus Carl Althoff iauf dem Messegelände in Ansbach und das obwohl Oberbürgermeisterin Carda Seidel noch im Mai diesen Jahres eigenmächtig ein Ende von Zirkusgastspielen auf dem Gelände in der Schalkhäuser Straße beschlossen hatte.

Wildtierverbot beschlossen

Rolle rückwärts also? Halbwegs zumindest, denn Ende Juni beschloss der Stadtrat zudem ein kommunales Wildtierverbot für die Rezatstadt. Sehr zur Freude der Tierrechtler, wie auch der Aktionsgruppe Tierrechte Bayern. Die Organisation hatte unter anderem damals zu einer Demo auf dem Karlsplatz aufgerufen.

Dass der Circus Carl Althoff nun dennoch in Ansbach gastieren darf, wirft deshalb schon die ein oder andere Frage auf. Warum wird Circus Krone ein Aufenthalt in Ansbach verwehrt, Circus Carl Althoff aber gestattet? Wird hier etwa mit zweierlei Maß gemessen und was ist mit dem Wildtierverbot? Schließlich führt auch der Circus Carl Althoff unter anderem Kamele und in früheren Programmen auch Zebras mit sich.

Statement aus dem Rathaus

Wir haben im Rathaus der Stadt Ansbach angefragt und aus der Stabsstelle der Oberbürgermeisterin ein umfangreiches Statement erhalten. Wie uns eine Sprecherin der Stadt mitteilte, hat der Stadtrat in seiner Sitzung am 26. Juni 2018 die Beschlüsse gefasst, die Stadtverwaltung aufzufordern, zwei Zirkusveranstaltungen pro Jahr auf dem unbebauten Areal zwischen Hohenzollernring und Gustav-Weißkopf-Straße südlich des Onolzbachs (früher Tennishallen) zu genehmigen, solange auf dem Areal keine Bauaktivitäten stattfinden, die einer Zirkusveranstaltung entgegenstehen.

Entscheidung des Stadtrates entsprochen

Weiter teilte uns Pressesprecherin Anne Ziegler mit, dass kommunale Flächen künftig nur noch an Zirkusbetriebe vermietet werden, die keine Wildtiere mitführen. Hierunter fallen insbesondere Elefanten, Flusspferde, Giraffen, Großbären, Großkatzen, Nashörner, Primaten ab Makakengröße und Wölfe. Mit der Beschränkung soll den Gefahren, die mit der Haltung dieser Tierarten in mobilen Einrichtungen einhergehen, begegnet werden. Damit fördert die Stadt Ansbach die Sicherheit von Anwohnern und Besuchern sowie den Tierschutz bei Zirkusgastspielen in Ansbach.

Laut Anne Ziegler erfolgte die Genehmigung für den Circus Carl Althoff daher seitens der Verwaltung dieser Entscheidung des Stadtrats entsprechend, da der Zirkus ohne Wildtiere anreist.

Statement Aktionsgruppe

Natürlich haben wir auch bei der Aktionsgruppe Tierrechte Bayern angefragt und um ein Statement zum bevor stehenden Zirkusgastspiel in Ansbach gebeten, vor allem weil der Zirkus in der Vergangenheit für sein Programm auch Zebras mitführte.

„Der Stadtrat Ansbach hat kürzlich mehrheitlich ein kommunales Wildtierverbot für Zirkusse in Ansbach beschlossen. Das geplante Gastspiel des Circus Carl Althoff auf dem Messegelände ist daher nicht mit diesem Beschluss vereinbar“, so Simon Fischer, Sprecher der Aktionsgruppe und ergänzt: „Der Betrieb führt unter anderem Zebras mit, die als eine der sensibelsten Wildtierarten in Zirkussen gelten. Die Tiere verfügen über ein noch ausgeprägteres Fluchtverhalten, als domestizierte Pferde und sind für die Haltung in einem reisenden Zirkus vollkommen ungeeignet“.

Zudem sei es laut Simon Fischer überhaupt nicht verwunderlich, dass nun, entgegen vorheriger Ankündigungen, doch wieder Zirkusbetriebe auf dem Messegelände gastieren dürfen.

„Wir von der Aktionsgruppe Tierrechte Bayern fordern die Stadtverwaltung auf, den Wildtierverbots-Beschluss umzusetzen und das geplante Gastspiel zu verhindern!“

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