Beim Tattoo stechen. Foto: Pascal Höfig
Beim Tattoo stechen. Foto: Pascal Höfig

Gibt es bald strengere Regeln für Tätowierer?

Die Tattoo Branche in Deutschland boomt. Mittlerweile hat jeder fünfte Deutsche ein Tattoo. Doch weil in Deutschland jeder, der ein Gesundheitszeugnis vorweisen kann, tätowieren darf, passieren auch viele Missgeschicke. Zum einen künstlerischer Art, zum Beispiel wenn das Portrait des Lieblingsmenschen so gar nicht ähnlich aussieht oder wenn sich ein Schreibfehler in das Lieblingsmotto eingeschlichen hat. Auch abgesehen von der Ästhetik gibt es Gesundheitsrisiken, wenn beispielsweise mit einer nicht desinfizierten Nadel gestochen wird oder falsche oder ungesunde Farbe benutzt wird.

Tattoo-Gipfel im November

Damit das nicht mehr so häufig vorkommt, möchte Gitta Connemann, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union, einen Tattoo Gipfel ins Leben rufen. Im November soll gemeinsam mit Vertretern der Tattoo-Szene, Herstellern von Farben, Wissenschaftlern sowie Behörden und Instituten über mögliche Lösungen nachgedacht werden. Denkbar sind einheitliche Hygienestandards, außerdem könnte der Job des Tätowierers zum Ausbildungsberuf werden.

Was sagt das Ansbacher Tattoo-Studio Ansbach Ink dazu:

AP: Findet ihr, dass Hygienestandards und Gesundheitsrisiken öfters kontrolliert werden sollten?

Ansbach Ink:  Ja, es sollte öfter kontrolliert werden und auch regelmäßiger. Bei uns ist das ganz unterschiedlich, manchmal kommen sie jedes Jahr und manchmal nur alle vier Jahre.

AP: Nach welchen Kriterien stellt ihr Tätowierer ein?

Ansbach Ink: Wir brauchen natürlich ein Portfolio und lassen Probe arbeiten. Außerdem muss jeder Tätowierer ein Hygieneseminar vorweisen, das ist uns sehr wichtig, in der Branche trotzdem noch manchen unbekannt.

AP: Was haltet ihr vom offiziellen Ausbildungsberuf Tätowierer, ist das notwendig?

Ansbach Ink: Sollten wir in Deutschland unbedingt einführen und uns an Österreich orientieren. Dort ist Tätowierer ein anerkannter und offizieller Ausbildungsberuf mit Berufsschulen und alles. Bei uns kann beispielsweise auch ein Klempner einfach ein Tattoo Studio eröffnen, wenn er das möchte.

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