Pilot Thomas (rechts) und Flugtechniker Michael von der Polizeihubschrauberstaffel Bayern. Foto: Pascal Höfig
Pilot Thomas (rechts) und Flugtechniker Michael von der Polizeihubschrauberstaffel Bayern. Foto: Pascal Höfig

Cops aus der Luft: Die Bayerische Polizeihubschrauberstaffel

Wenn „Edelweiß“, einer der acht Hubschrauber der Bayerischen Polizeihubschrauberstaffel, am Himmel auftaucht ist die Aufregung am Boden meist groß. Viele Bürgerinnen und Bürger sind verunsichert, da oft von schlimmen Gewalttaten ausgegangen wird. Dabei ist ein Einsatz der Polizei aus der Luft nicht immer mit einem schrecklichen Verbrechen verbunden.

Die Polizeihubschrauberstaffel Bayern. Foto: Pascal Höfig

Die Polizeihubschrauberstaffel Bayern. Foto: Pascal Höfig

Vermisstensuchen, Straftaten und Verkehr

Die Polizeihubschrauber unterstützen mit innovativer Technologie wie z. B. der Wärmebildkamera bei der Verbrechensbekämpfung, der Vermisstensuche, bei Katastropheneinsätzen und der Bewältigung besonderer Verkehrs- und Einsatzlagen, die Kräfte am Boden. Sie können am Tag sowie in der Nacht abheben und sind innerhalb von 30 – 40 Minuten mit bis zu 260 km/h an jedem Punkt in Bayern. Einzig starker Nebel ohne Sicht hält die Crew am Boden.

Aus dem Cockpit des "Edelweiß". Foto: Pascal Höfig

Aus dem Cockpit des „Edelweiß“. Foto: Pascal Höfig

Immer wieder müssen die „Polizisten der Luft“ auch zu schlimmen Einsätzen abheben, die höchste Konzentration für die Besatzung erfordert. So waren sie auch bei den Terroranschlägen in Würzburg und Ansbach oder dem Amoklauf im OEZ München eingesetzt und haben dort zeitweise mit bis zu sechs Hubschraubern zeitgleich die Kräfte am Boden unterstützt.

Durchschnittlich 6 Einsätze am Tag

Genau 2193 Einsätze flogen die Besatzungen der Polizeihubschrauberstaffel Bayern im vergangenen Jahr. Mehr als ein Drittel der Gesamteinsätze machen die Vermisstensuchen nach abgängigen, verwirrten oder suizidgefährdeten Personen aus, gefolgt von Einsätzen im Bereich der Eigentums- und Gewaltdelikte (z. B. Personen- oder Sachfahndung sowie Beweissicherung durch Luftbilddokumentation).

Die Polizeihubschrauberstaffel Bayern. Foto: Pascal Höfig

Der EC-135 trägt den Funknamen „Edelweiß“. Foto: Pascal Höfig

Hinzu kommen Einsätze zur Aufklärung polizeilicher Einsatzlagen mit der Möglichkeit der Bildübertragung; der Transport von Spezialkräften wie beispielsweise dem Spezialeinsatzkommando; Objekt- und Personenschutzeinsätze; Einsätze zur Beweissicherung durch digitale Fotografie und oder Videoaufnahmen nach schweren Verkehrsunfällen, Großschadenslagen oder Umweltstraftaten.

Auch Unterstützungseinsätze im Bereich der Berg-, Wasser- oder Eisrettung und Einsätze zur Unterstützung bei Katastrophen (Hochwasser, Waldbrände, Lawinenabgänge) oder des Rettungsdienstes bei Kindernotarzt-, Notarzt- oder Verletztentransporten, gehören zum Einsatzspektrum.

Symbolfoto: Pascal Höfig

Symbolfoto: Pascal Höfig

Verschiedene Ausstattungsvarianten

Da die Polizeihubschrauberstaffel Bayern ein großes Einsatzspektrum abdeckt, werden drei Hubschrauberkonfigurationen (Ausstattungsvarianten) vorgehalten: Einsatzmaschine Winde (z. B. für Rettungseinsätze wie Berg-, Wasser- oder Eisrettung), Transporthubschrauber (für Transport von Einsatzkräften wie SEK, Bergwacht, Notarzt, Kindernotarzt oder für Verletzte), Einsatzmaschine EOS (ausgestattet mit Wärmebild-/Videokamerasystem und Suchscheinwerfer z. B. für Vermisstensuchen nach abgängigen Personen oder Fahndungen nach Straftätern).

Je nachdem, um welchen Einsatz es sich handelt, geht die Besatzung mit der entsprechenden Konfiguration in den Einsatz.

Die Crew

Beim Winden- und beim Transporthubschrauber besteht die Besatzung aus einem Piloten und einem Flugtechniker; bei der EOS-Maschine befindet sich ein EOS-Operator als drittes Besatzungsmitglied mit an Bord. Die Aufgaben des Piloten sind die Führung des Luftfahrzeuges, das Halten des Funkkontaktes mit den Flugsicherungsstellen, sowie die Überwachung des Luftraumes.

Pilot Thomas (rechts) und Flugtechniker Michael von der Polizeihubschrauberstaffel Bayern. Foto: Pascal Höfig

Pilot Thomas (rechts) und Flugtechniker Michael von der Polizeihubschrauberstaffel Bayern. Foto: Pascal Höfig

Unterstützt wird der Pilot vom Flugtechniker bei der Überwachung des Luftraumes, der Navigation zum Einsatzort, des Weiteren koordiniert der Flugtechniker die Such- und Fahndungsmaßnahmen, hält Funkkontakt zu den Dienststellen, Streifenbesatzungen oder Einsatzkräften am Boden und bedient im Einsatzfall die Zusatzausrüstung wie Rettungswinde, Außenlastträger, Löschbehälter oder Suchscheinwerfer.

Der EOS-Operator bedient das Wärmebild- und Videokamerasystem und sorgt dafür, dass diese Bilder auch an die Einsatzzentralen oder den Führungsstab übertragen werden bzw. zeichnet diese Bilder auch für die Beweissicherung auf.

Der Helikopter der Polizeihubschrauberstaffel Bayern. Foto: Pascal Höfig

Der Helikopter der Polizeihubschrauberstaffel Bayern. Foto: Pascal Höfig

Wer fordert den Hubschrauber an?

Ob ein Polizeihubschrauber zur Unterstützung angefordert wird, obliegt in erster Linie dem Einsatzleiter vor Ort oder dem Sachbearbeiter. Dieser Personenkreis fordert über die örtlich zuständige Einsatzzentrale seines Polizeipräsidiums einen Polizeihubschrauber an; diese wiederum nimmt im Anschluss Kontakt mit der Flugeinsatzzentrale der Polizeihubschrauberstaffel Bayern auf, um die entsprechende Unterstützung aus der Luft zu erhalten.

Der Helikopter der Polizeihubschrauberstaffel Bayern. Foto: Pascal Höfig

Der Helikopter der Polizeihubschrauberstaffel Bayern. Foto: Pascal Höfig

Zudem können auch die Integrierten Leitstellen einen Polizeihubschrauber anfordern, wenn z. B. ein Rettungshubschrauber für einen Kindernotarzt-, Notarzt oder Verletztentransport nicht oder nicht rechtzeitig zur Verfügung steht.

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