Achtung Hochwasser! Symbolfoto: Pascal Höfig
Achtung Hochwasser! Symbolfoto: Pascal Höfig

Offene Linke stellt Antrag zum Hochwasserschutz

Die jüngste Überflutung unserer Stadt durch heftige Unwetter mit Starkregen an Christi Himmelfahrt am vergangenen Donnerstag hat die Diskussionen rund um den Hochwasserschatz in Ansbach neu entfacht. So stellt sich also einmal mehr die Frage: Was tun um Ansbach vor zukünftigen Überschwemmungen zu bewahren?

Antrag der Offenen Linken Ansbach

Die Stadtratsfraktion der Offenen Linken Ansbach (OLA) hat aus diesem Anlass einen entsprechenden Antrag in den Ansbacher Stadtrat eingebracht, indem sie die Oberbürgermeisterin Carda Seidel zum Beschluss neuer Schutzmaßnahmen auffordert. So soll die Stadt Ansbach Flächen für einen Hochzeits- und Babywald (Familienwald) ausweisen.

In die Prüfung in Frage kommender Flächen sollen insbesondere Äcker/Ackerränder auf den Westausläufern des Urlas‘ an den Steilhängen Richtung Hennenbachtal sowie Richtung Schlossvorstadt/Komponistenviertel mit einbezogen werden. Hierdurch soll der Hochwasserschutz deutlich verbessert werden.

Bereits am Vatertag kam es in Stadt und Landkreis Ansbach zu Überschwemmungen nach starken Unwettern. Foto: Eliott Porzner

Am Vatertag kam es in Stadt und Landkreis Ansbach zu Überschwemmungen nach starken Unwettern. Foto: Eliott Porzner

Größere Wasseraufnahmekapazität

Intensiv bewirtschaftete Ackerflächen in erosionsgefährdeten Bereichen tragen zur Vergrößerung der Hochwassergefahr für die Anwohner bei. Die Aufforstung gerade oberhalb von Steilhängen bedeutet aktiven und nachhaltigen Schutz vor Hochwasserereignissen wie am 29.05.2016 sowie am 10.05.2018 an den Westausläufern des Urlas‘ geschehen. Baumpflanzungen in diesen Gebieten verleihen Böden vor den Hangkanten eine größere Wasseraufnahmekapazität und beugen somit Erosion vor.

Hochzeits- und Babywald

Bei dieser Aufforstung kann Ansbach neben dem Hochwasserschutz auch ein weiteres Zeichen für eine familienfreundliche Stadt setzen: Mit einem Hochzeits- und Babywald bekommen Frischvermählte und junge Eltern die Möglichkeit, selbst Bäume zu pflanzen oder Baumpatenschaften zu übernehmen. Solche Wälder erfreuen sich bereits in anderen Städten, etwa in Rothenburg, großer Beliebtheit bei der Bevölkerung. Die überwiegende Verwendung von Obstbäumen bietet einen besonders guten Schutz vor Bodenerosion. Auch die Stadt Rothenburg hat ihren Hochzeitswald nicht ohne Grund oberhalb eines Steilhangs zum Taubertal angelegt.

Aktuelle Hochwasserwarnung für Ansbach. Foto: Feuerwehr Ansbach.

Hochwasser in Ansbach. Foto: Feuerwehr Ansbach.

Es ist gute Tradition, dass die Stadt Ansbach jedem Neugeborenen einen Baum schenkt. Mit dem Hochzeits- und Babywald erhalten auch Bürger, die nicht über Garteneigentum verfügen, endlich die Möglichkeit, diesen auch einzupflanzen.

Mögliche Finanzierung

Investitionen für Hochwasserprävention ist gut angelegtes Geld. Sie beugen Schäden an Vermögenswerten der Bürger und der öffentlichen Hand (Straßen, Kanäle) vor und rechnen sich durch Vermeidung von Folgekosten für Instandhaltung und Ersatzinvestitionen. Der Verwaltungsaufwand für den Hochzeits- und Babywald kann durch eine entsprechende Nutzungsentgeltordnung ausgeglichen werden.

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