Die Gaststätte "Zum Mohren" liegt in der Ansbacher Innenstadt. Foto: Michaela Kraus.
Die Gaststätte "Zum Mohren" liegt in der Ansbacher Innenstadt. Foto: Michaela Kraus.

Der „Mohr“ erhitzt die Gemüter: Ist der Begriff noch zeitgemäß?

Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erhitzt eine Diskussion um den Begriff „Mohr“, welche der Ausländerbeirat der Stadt Frankfurt am Main Ende Januar angestoßen hatte, derzeit die Gemüter. Ist der Begriff noch zeitgemäß oder stellt der Begriff „Mohr“ nicht viel mehr einen rassistischen Hintergrund dar? Wie die FAZ berichtet, wurde die Stadtverwaltung in Frankfurt am Main bereits aufgefordert, auf die Umbenennung zweier Apotheken einzuwirken, welche aktuell den Begriff „Mohren“ im Namen tragen.

Wie die FAZ weiter berichtet, führte der Ausländerbeirat ebenfalls an, dass der Begriff längst nicht mehr zeitgemäß sei. Außerdem sei ein Logo, auf dem Schwarze aus der Kolonialzeit mit dicken Lippen und dicken Ohrringen dargestellt würden nicht normal. Das Logo, welches sich auf der Website einer Apotheke in Frankfurt am Main fand, wurde zwischenzeitlich entfernt.

Ist der Name des Gaststätte noch zeitgemäß? Foto: Barbara Duna.

Ist der Name des Gaststätte noch zeitgemäß? Foto: Barbara Duna.

Stellt sich nun also die Frage, sollten oder müssten entsprechende Geschäfte und Lokalitäten in anderen deutschen Städten nachziehen? Wie steht es in Ansbach beispielsweise um die Traditions-Gaststätte „Zum Mohren“? Ist der Name der Gasstätte noch zeitgemäß oder müsste er aus Pietätsgründen schleunigst geändert werden?

Gaststätte mit Tradition

Das Gasthaus „Zum Mohren“ befindet sich im Herzen Ansbachs, in der Pfarrstraße 9, der angeschlossene Biergarten liegt An der Riviera. Das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert wurde auf Teilen der nördlichen Stadtmauer errichtet.

Die westliche Wand lehnt sich an den dritten nördlichen Befestigungsturm an. Die Stadtmauer gründet auf der vorausgehenden staufischen Stadtmauer, welche etwas um 1179 die erste Stadt umgab. Infolge der unmittelbaren Nähe zur Rezat mit ihren versumpften Auen war eine Erweiterung der Stadt nach Norden nicht möglich.

Im Grundbuch für das Gebäude „Zum Mohren“ war damals eine Heckenwirtschaft verzeichnet. Heute gibt es neben der großen Gaststube mit 50 Plätzen an dieser Stelle die Stadtmauerstube mit weiteren 60 Plätzen für geschlossene Gesellschaften oder Veranstaltungen.

Logos dieser Art sorgen derzeit für heftige Diskussionen sorgen. Foto: Barbara Duna.

Logos dieser Art sorgen derzeit für heftige Diskussionen. Foto: Barbara Duna.

Was bedeutet der Begriff und wo kommt er her?

Der Begriff „Mohr“ ist eine im deutschen Sprachraum gebräuchliche Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe. Historisch bezeichnet man damit zunächst die Mauren (Bewohner Mauretaniens), doch auch im Mittelalter bereits verallgemeinert „Menschen mit dunkler Hautfarbe“. Seit dem 16. Jahrhundert benutzt man den Begriff ausschließlich in dieser erweiterten Bedeutung.

In der heutigen Zeit wird das Wort nur noch äußerst selten gebraucht, wenn dann eigentlich nur im historischen oder literarischen Zusammenhang. Die Abbildung und Bezeichnung des Mohren diente vielen Unternehmen als Logo und die Bewerbung bestimmter Produkte.

Schon seit etwa 1960 wurde bereits häufiger auf eine Zwiespältigkeit des Wortes, die eine bestimmte Vorstellung von einem Dunkelhäutigen wecke, hingewiesen, was zu nicht erst zuletzt zu Diskussionen um dessen diskriminierenden Charakter führte.

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