Mancher kann mit Fasching nichts anfangen. Symbolfoto: Pascal Höfig
Mancher kann mit Fasching nichts anfangen. Symbolfoto: Pascal Höfig

5 Gründe, warum Fasching nervt

Helau, Konfetti und immer nur lustig sein – juhu – äh nein, richtig nervig für Leute, die Fasching absolut nicht leiden können. In Ansbach freuen sich sicherlich schon viele auf das traditionelle Faschingswochenende. Von Weiberfasching am 08.02. bis Aschermittwoch am 14.02. herrscht wieder Ausnahmezustand.

Doch es gibt auch mindestens genauso viele Menschen, denen es vor diesen Tagen graut. Was Faschingsgegner als häufigste Argumente gegen die fünfte Jahreszeit wohl nennen würden, haben wir zusammengefasst. Natürlich gilt wie immer: Dieser Artikel basiert auf Meinungen der Redaktionsmitglieder. Ergänzungen gerne in die Kommentare!

Die aufgesetzte Freude

An 51 Wochen des Jahres ziehen viele Franken grimmige Gesichter und pflaumen ihre Mitmenschen in den verschiedensten Situationen an. Während der Faschingszeit liegt man sich dann plötzlich überschwänglich in den Armen und schunkelt sich von einem Gassenhauer zum nächsten. Authentizität geht anders. Das größte Übel sind dann die Büttenreden: Vermeintliche Witzigkeit in schlechter Reimform und mit einem Tusch nach jedem Gag. Da-Daaa, damit auch ja jeder weiß: “Jetzt muss gelacht werden!”

Das Besäufnis

Besoffene Partygänger in albernen Kostümen, die laut singend durch die Straßen wanken und ihre volle Blase an Hauswänden und in Büschen entleeren: Während der Faschingszeit werden aus sonst so zivilisierten Ärzten, Lehrern und Angestellten plötzlich wieder primitive Urzeitmenschen. Betrunkene Kerle, die lallend versuchen das Objekt ihrer Begierde auf ein Tänzchen einzuladen oder Gruppen von Kegelclub-Damen die den zigsten Prosecco zischen. Ganz abgesehen davon, dass wohl die wenigsten noch die tatsächlichen Traditionen und Hintergründe der Narrenzeit kennen.

Die Verkleidung

Jedes Jahr das gleiche Spiel: Die Straßen sind voll mit pseudo-sexy Krankenschwestern, die sich mal wieder in viel zu kurze und zu enge Kostüme zwängen. Ganz “individuell” gekleidet, entscheiden sich alljährlich wieder Miezen, Disney-Prinzessinen und Teufelchen in knappen Outfits auf Beutefang gehen. Aber auch bei den Herren hält sich die Kreativität bei der Kostümwahl oft in Grenzen, wenn Superhelden, Piraten und Piloten wieder versuchen, die Damen der Schöpfung zu bezirzen. Unsere Prophezeihung für dieses Jahr: Albtraumhafte Pennywise-Kostüme und Einhörner in Pastellfarben.

Die Musik

“Ich hab ‘ne Zwiebel auf’m Kopf, ich bin ein Döner”. Solche und andere tiefgründige Weisheiten dröhnen während der Faschingszeit in ohrenbetäubender Lautstärke aus sämtlichen Kneipen. Noch schlimmer sind nur die betrunkenen Möchtegern-Sänger, die die “Hits” in voller Lautstärke mitgrölen. Da werden coole Hip-Hopper plötzlich zu Helene-Fischer Jüngern, während sonstige R&B Queens zu Höhner-Groupies mutieren. Apropos: Schlimmer als die Synthesizer-Trompeten und der schreckliche Discofox-Beat sind dann nur noch Lieder in Kölscher Mundart. Versteht in Franken eh keiner.

Die Faschingszüge

Die Faschingszüge sind für Karnevalsmuffel der schreckliche Höhepunkt der närrischen Zeit. Hier treffen alle bisher genannten Nachteile aufeinander und gipfeln darin, dass während des Umzuges kein Durchkommen mehr ist. Der Verkehr liegt komplett auf Eis und selbst zu Fuß oder mit dem Rad möchte man sich nicht durch das Pulk aus besoffenen und singenden Mitbürgern kämpfen.

Wer kann, verbarrikadiert sich dann einfach so gut es geht zu Hause. Gegen die akute Lärmbelästigung helfen dann jedoch nur noch Kopfhörer oder Ohropax. Aber auch die hinterlassenen Müllmengen sind kein unbedeutender Faktor. Jedes Jahr das gleiche Bild: Flaschen, Becher und verlorene Faschingsutensilien wo man hinschaut. Und ist es tatsächlich nötig, Lebensmittel auf die Straße zu werfen, wo sie zertreten werden und die nächsten Wochen zwischen dem Kopfsteinpflaster klemmen?

Wenigstens ein Lichtblick

Ein Glück für alle Faschingshasser: Die Kampagne, wie man die Zeit zwischen 11.11. und Aschermittwoch nennt, ist dieses Jahr sehr kurz und endet schon am 14. Februar. Wer am Faschingswochenende dennoch gerne ohne Ballermann-Musik und Kostümen feiern möchte, der kann z.B. am 09.02. nochmal einen kalauerfreien Partyabend im Alpenmax genießen.

Doch Lust bekommen?

Oder hat euch jetzt doch die Lust gepackt und ihr wollt den fränkischen Fasching ausprobieren? Im Bezirkskrankenhaus findet zum Beispiel am Samstag der große BKH Faschingsball statt und am Rosenmontag eine Faschingsparty in den Kammerspielen.

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