OB Carda Seidel und Stefan Pruschwitz, Geschäftsführer Citymarketing Ansbach e.V. Fotos: Ansbachplus / Citymarketing Ansbach
OB Carda Seidel und Stefan Pruschwitz, Geschäftsführer Citymarketing Ansbach e.V. Fotos: Ansbachplus / Citymarketing Ansbach

Attraktivitäts-Debatte: Stadt & Citymarketing äußern sich

Der Unmut unter den Ansbacher/-innen wächst, wie die diversen Diskussionen unserer Community in jüngster Zeit gezeigt haben. Sinkende Gästezahlen begleitet von der Frage „Ist Ansbach für Touristen nicht sexy genug“ haben die Gemüter der Bevölkerung so richtig zum kochen gebracht.

Wir wollten daraufhin vom Stadtoberhaupt und dem City Marketing gerne wissen, was denn für die Bürger getan werden könnte, um unser schönes Ansbach (wieder) attraktiver für Groß und Klein, Alt und Jung zu machen. Doch auf mehrere Anfragen unserer Redaktion nach einem Statement, blieb unser Postfach leider lange leer und wir haben uns gefragt, ob denn überhaupt Interesse daran besteht, was die Bürger möchten.

Statements eingetroffen

Nach längerer Wartezeit und mehrfacher Nachfrage haben sich nun sowohl das Rathaus als auch das Citymarketing Ansbach erstmals zu Wort gemeldet. So heißt es aus der Stabsstelle der Oberbürgermeisterin Carda Seidel:

„Die Stadt Ansbach nimmt die Anliegen der Bürger sehr erst. Aus diesem Grund bietet Oberbürgermeisterin Carda Seidel beispielsweise im Jahr 13 Stadtteil- und Ortsteilversammlungen, eine Seniorenversammlung und 2 Bürgerversammlungen an, die den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zum direkten Austausch bieten. Gesetzlich vorgeschrieben ist für eine Kommune in unserer Größe nur eine Bürgerversammlung“.

Keine Identität erkennbar

Der laufenden Diskussion unter den Mitgliedern unserer Community misst man leider jedoch keine all zu große Bedeutung bei. So heißt es weiter:

„Da bei den Kommentaren bei einigen Facebook-Nutzern nicht mal die Identität erkennbar ist, sind die Vorwürfe nur schwer nachvollziehbar. Sicher ist es zielführender, wenn sich Bürger mit echten Anliegen oder Vorschlägen direkt an die Stadt wenden und dabei auch ihre Identität preisgeben“.

Über den Dächern Ansbachs. Foto: Larissa Noack

Über den Dächern Ansbachs. Foto: Larissa Noack

Auf die erneute Nachfrage unserer Redaktion, was genau die Stadt denn für die Zukunft plane und wie man es schaffen möchte die Stadt im allgemeinen wieder lebendiger und interessanter zu machen, bekamen wir heute von der Stabsstelle der Oberbürgermeisterin ein weiteres Statement übermittelt.

„Die Stadt Ansbach versucht mit eigenen Veranstaltungen, aber auch mit der Unterstützung von anderen Veranstaltungen ein vielfältiges Freizeit- und Kulturangebot zu organisieren. Besonders für 20- bis 35-Jährige bietet sich es eine Reihe von Veranstaltungen an, wie das Frühlingsfest, verschiedene Kirchweihen, den Weihnachtsmarkt, das Altstadtfest oder Ansbach Open. Zudem gibt es in Ansbach ein wirklich umfangreiches Angebot von verschiedenen Kulturanbietern, angefangen bei den Kammerspielen, über das Speckdrumm bis hin zum Theater Ansbach“.

Stadt für Ideen offen

Grundsätzlich offen zeigt man sich von Seiten der Stadt beim Thema Ideen-Sammlung der Bürgerinnen und Bürger. Hier sei eine Beteiligung auf verschiedenen Wegen möglich und auch absolut erwünscht.

„Eine aktive Bürgerbeteiligung ist bei verschiedensten Veranstaltungen ausdrücklich erwünscht und die Ideen werden ernst genommen. Neben den Bürgerversammlungen, den Stadt- und Ortsteilversammlungen bietet auch das Forum „Wir sind die Innenstadt“ und der Prozess für ein integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) die Möglichkeit Ideen von Bürgern zu sammeln und aufzugreifen. Zudem haben die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich mit Anfragen direkt an die Verwaltung und die Oberbürgermeisterin zu wenden, z.B. per Anruf, E-Mail, Schreiben oder über die Internetseite der Stadt“.

Online shoppen oder doch lieber vor Ort einkaufen? - Foto: Barbara Duna.

Online shoppen oder doch lieber vor Ort einkaufen? – Foto: Barbara Duna.

Enge Abstimmung

Geschäftsführer Stefan Pruschwitz vom Citymarketing Ansbach äußert sich wie folgt zur aktuellen Stadtentwicklung.

„Das Citymarketing Ansbach setzt sich als Verein für ein attraktives lebens- und liebenswertes Ansbach ein. In enger Abstimmung mit den Mitgliedern des Vereins werden daher Anstrengungen unternommen, die Attraktivität Ansbachs zu steigern. Maßnahmen, die der Verein initiiert, werden von den Vereinsorganen beschlossen und umgesetzt. Der Verein ist offen für Geschäftsleute, Bürger, andere Vereine und Verbände. In diese Gremien können gerne Anregungen und Ideen eingebracht werden“.

Bier und Brodwoschd von do!

„Zu den Hauptaufgaben des Citymarketing Ansbach gehören die Organisation von Veranstaltungen, die der Innenstadtentwicklung förderlich sind. Mit Altstadtfest, Weihnachtsmarkt sowie den verkaufsoffenen Sonntagen, einer Langen Kultur- und Einkaufsnacht und zwei Street-Food-Veranstaltungen ist das Veranstaltungsprofil des Citymarketing Ansbach auf die Anforderungen der Mitglieder abgestimmt.

Mit der Aktion Bier und Brodworschd von do! wurde nun ein neues Format entwickelt, das weiter ausgebaut werden soll. Das Angebot an Veranstaltungen wird eng mit dem Amt für Kultur und Tourismus abgestimmt, das ebenfalls eine Reihe sehr attraktiver Veranstaltungen anbietet“.

Die Gästezahlen in Ansbach gingen deutlich zurück. Foto: Barbara Duna.

Die Gästezahlen in Ansbach gingen deutlich zurück. Foto: Barbara Duna.

Sehr geringe Leerstandsquote

„Die Situation des Ansbacher Einzelhandels ist weder besser oder schlechter als in vielen Städten vergleichbarer Größe. Die Umsatzverlagerungen in den Internethandel sind spürbar und beinflussen alle Städte. Ansbach hat eine sehr geringe Leerstandsquote, auch in den Nebenlagen. Die Entscheidung, wann, ob und wer ein Ladenlokal anmietet oder kauft, obliegt in allererster Linie dem Eigentümer der Immobilie und dem Ladeninteressenten. Im Aufgabengebiet Flächenmanagement unterstützten wir aktiv Eigentümer und Interessenten in diesem Prozess“.

Abschließend kommt Stefan Pruschwitz in seinem Statement auch noch auf die aktuelle Diskussion unter unserer Community auf unserer Facebook Seite zu sprechen.

„Das Citymarketing Ansbach sieht keine Verpflichtung auf jedwede Diskussion in Internetforen zu reagieren, da die Anzahl der Diskussionsforen unüberschaubar geworden ist und der Zeitaufwand, sich an jeder Diskussion zu beteiligen, in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. Ich kann jeden Bürger nur bitten und auffordern sich direkt mit seinen Anregungen und Wünschen an das Citymarketing Ansbach zu wenden. Diese werden hier gerne entgegengenommen und diskutiert“.

Nachfrage nicht gewünscht?

Hört sich also alles nicht sehr einsichtig und selbstkritisch an und leider setzt man das Medium Ansbach Plus mit einem Internetforum gleich. Bekanntlich handelt es sich bei Ansbach Plus nicht um ein Forum, sondern um eine Social Media Nachrichtenplattform mit mehreren lokalen Partnern und immerhin 30.000 Fans. Dies lässt aus unserer Sicht schon darauf schließen, dass die Inhalte von Ansbach Plus die Leute bewegen und auch interessieren. Genauso interessieren uns wiederum Erfahrungen der Leser, die sie vielleicht in Zukunft mit Stadt und Citymarketing machen. Schreibt uns, ob eure Wünsche und Anregungen sachlich diskutiert und angenommen werden.

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