Symbolbild einer Asylunterkunft - Foto: Sabrina Muth.
Symbolbild einer Asylunterkunft - Foto: Sabrina Muth.

Gastbeitrag: Flüchtling, Migrant, Asylant oder einfach nur Mensch?

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag unseres Community Mitgliedes S. Schober

Spätestens seit dem 24.09.2017 ist der „Rechtsruck“ in Deutschland amtlich! Teilweise verständliche Ängste, die durch einschlägige Medien vor allem im Internet bekräftigt werden und die Tatsache, dass viele Politiker anfangs die Probleme kleingeredet haben, führten dazu.

Wie auch immer – Tatsache ist, dass diese Menschen nun unter uns leben und wir das Beste daraus machen müssen! Mit Sicherheit wird es nicht immer gelingen, jeden bei uns zu integrieren und mit Sicherheit fehlt auch bei Vielen der Integrationswille.

Trotz vorbildlicher Integration

Besonders berührt hat mich die Geschichte eines jungen Pakistani hier direkt bei uns in Ansbach. Ein junger Mann, welcher erst seit einigen Jahren bei uns in Deutschland lebt und wohl das Paradebeispiel für gelungene Integration darstellt.

Der Artikel vom vergangenen Samstag „Menschliches Drama“ um einen zuverlässigen Arbeiter, welchen die FLZ veröffentlichte, beweist einmal mehr, wie haarsträubend die Situation in Deutschland tatsächlich ist. In dem Artikel geht es um Abbas, einen Geflohenen aus Pakistan, dessen Integration nicht besser hätte laufen können.

Abschiebebescheid erhalten

Er hat einen festen Arbeitsplatz, spricht unsere Sprache, lebt in seiner eigenen Wohnung, hat ein stabiles soziales Umfeld und zu guter Letzt beweist er auch mit seiner ehrenamtlichen Arbeit im Tierheim, dass er in unserer Gesellschaft und Kultur mehr als angekommen ist.

Das alles hat allerdings nichts zur Entscheidungsfindung des Bundesamtes für Migration im Fall Abbas beigetragen — er hat in den vergangenen Wochen seinen Abschiebebescheid erhalten.

Paragraphen für alles?

Trotz der großen Aufgabe, fremde Menschen aus anderen Kulturen zu integrieren, sollten wir in der Lage bleiben, individuelle Entscheidungen zu treffen und nicht pauschal nach Paragraphen zu urteilen bzw. diese reformieren und an aktuelle Herausforderungen anpassen.

Unsere Gesellschaft braucht fleißige, motivierte und zielstrebige junge Menschen, die unseren Wohlstand auch in Zukunft sichern. Warum erkennen wir nur vermeintliche Gefahren und sehen nicht die Chancen? Der demographische Wandel ist in aller Munde, aber wir schaffen es nicht, ein faires, transparentes und leistungsorientiertes Einwanderungsgesetz zu schaffen!

Foto der Flüchtlingsunterkunft auf dem ehemaligen OSA-Gelände - Foto: Larissa Noack.

Foto der Flüchtlingsunterkunft auf dem ehemaligen OSA-Gelände – Foto: Larissa Noack.

Wie sollen sich Migranten integrieren, wenn wir keinen Weg mit Perspektiven aufzeigen und klare Regelungen fehlen? Was würden wir ohne Perspektive im Leben machen?

Gibt eben auch andere

Wollen wir wirklich Personen aus unserem Land ausweisen, sie aus ihrem sozialen Umfeld reißen und einem Familienbetrieb eine wichtige Arbeitskraft nehmen? Welches Signal senden wir damit an alle Anderen aus? Egal, wie gut du bist, du bist nicht gut genug und musst früher oder später wieder gehen?

Hinnehmen, akzeptieren oder protestieren?

Es würde mich sehr freuen, wenn dieser Artikel auch vielen Anderen nahe geht und die Social Media Gemeinde in Ansbach dazu beitragen könnte, dem Fall noch mehr Gehör zu verschaffen. Dieser Fall zeigt zum einen, wie gut Integration in unserem Land funktionieren kann, zum anderen aber auch, dass sämtliche positive Kriterien überhaupt nicht berücksichtigt werden.

Es ist schlicht und einfach ganz egal, wie gut oder schlecht sich diese Menschen in unserem Land entwickeln. Für das BAMF zählen nur harte Fakten und zwar, ob ein Herkunftsland als sicher deklariert wurde oder nicht. Das bedeutet im Fall Abbas, dass er zurück nach Pakistan soll – in ein Land, in dem sowohl politische, als auch religiöse Verfolgung auf der Tagesordnung stehen!

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen  – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@ansbachplus.de.

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