Thomas Jungkunz beim Zeichnen. Foto: Harald Wisthaler
Thomas Jungkunz beim Zeichnen. Foto: Harald Wisthaler

Thomas Jungkunz: Mein Leben ist Kunst

Thomas Jungkunz ist Ansbacher durch und durch: Er ist in Ansbach geboren, aufgewachsen und lebt hier mit seiner Frau. Von Skizzen, Schnitzereien, Aquarellen über Upcycling aus Abfällen bis hin zu Urban Sketching, einer Art des visuellen Journalismus. Mit seinen 54 Jahren hat er schon viel Zeit der Kunst gewidmet. Denn sein Motto ist: „Mein Leben ist Kunst“.

 

Ansbach Plus (AP): Seit wann bist Du künstlerisch aktiv?

Thomas: Mein Talent war bereits früh vorhanden: Es gab bereits einen Großonkel, der an der Kunstakademie lehrte und dessen Nachlass samt Werkzeugen teilweise in meinem Elternhaus verwahrt blieb. Es hieß immer, ich hätte seine Gene… Diese Kunstaffinität ließ mich im Platen-Gymnasium Kunst als zweites Abiturfach ergreifen.

Alles später ausgelebte „Kunstschaffen“ habe ich autodidaktisch betrieben. Ich spiele auch seit meinem 12. Lebensjahr Violine und habe im Ansbacher Jugendorchester und später im „Fossilorchester“ mitgewirkt. Als ich den Beruf des Zeitungsdruckers in der Fränkischen Landeszeitung ergriff, konnte, bedingt durch ausschließliche Nachtarbeit, keine abendliche Nebentätigkeit mehr betrieben werden. Seither beschränke ich mich auf Friedhofsmusik, wo es dann tagsüber Einsatzmöglichkeiten gibt.

Beim Zeichnen. Foto: Thomas Jungkunz

Beim Zeichnen. Foto: Thomas Jungkunz

AP: Was für Kunstwerke erschaffst Du?

Thomas: Gemalt, gebastelt, teilweise „aus nichts“ (oder „Abfällen“) habe ich mein ganzes Erwachsenenleben hindurch immer, sei es schnell eine individuelle Geburtstagskarte zu falten/kleben/schreiben, Hochzeitsanzeigen (analog mit Tusche z. B. Brautpaar im VW PORSCHE gezogen von Pferd oder radelnd auf Tandem oder als Konterfei auf „Banknoten“) zu zeichnen, Firmenchroniken kaligrafisch zu schreiben, Plattencover 2x4m in Treppenhäuser zu malen, Kriegerdenkmal bei der Bundeswehr zu restaurieren, …35 Jahre geben einen ganz schönen Output…

Jetzt, da die Kinder aus dem Hause sind und mir in der momentanen Lebenssituation tagsüber gut Zeit bleibt, lebe ich, befeuert durch Facebook und neuerdings Instagram, meine Kunstfreude (auch an Banalem) gerne aus, indem ich den Trend des „Urban sketching“ durch Ansbach trage.

Ich verweile kurz, meist unter einer halben Stunde und skizziere Plätze, Situationen und was mir so interessant scheint und teile das. Dies ist mir als „virtuelle Ausstellung“ Plattform genug und erlaubt mir, den Takt selbst zu bestimmen, zumal ich es aus meiner Warte schwierig empfinde, ein stringentes Kunstkonzept oder Ausstellungsthema zu bedienen.

Ich hatte auch schon eine intensive Phase des Schnitzens – mit bescheidenen Werkzeugen (Taschenmesser) erschuf ich kleine Werke teils sogar während Spaziergängen …ich ging „Schnitzieren“.

Aktuell bin ich sehr in der Malerei mit Aquarellfarben, Bleistift und Füller beschäftigt und investiere gut und gerne 3 Stunden täglich, die jedoch auch in ganz kurzen Zeitabschnitten z. B. Wartezeiten oder Pausen eingesetzt werden.

Skizzen und Holzschnitzereien. Fotos: Thomas Jungkunz

Skizzen und Holzschnitzereien. Fotos: Thomas Jungkunz

AP: An welchem Ort in Ansbach malst du am Liebsten?

Thomas: Am liebsten male ich in Ansbachs Innenstadt (Alte Fachwerke) oder auch im Freilandmuseum, wo ich seit 10 Jahren fast jährlich am „Künstlertag“ mitwirke.

 

AP: Was machst Du, wenn Du deine Zeit mal nicht der Kunst widmest?

Thomas: Wenn ich mal keine Zeit der Kunst widme. ..werde ich wahrscheinlich grad künstlich ernährt und beatmet.

Mein Leben  i s t  Kunst.

Aber auch Sport, wie Rennrad oder Mountainbike fahren (*jährlich etwa 6000km) finden noch Platz. Ich versuche Autofahrten im Alltag weitestgehend zu vermeiden.

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