Symbolfoto: Pascal Höfig|Die Unwetterlinie über Ansbach am 18.08.2017 - Foto: Alexander Stingl.|
Symbolfoto: Pascal Höfig|Die Unwetterlinie über Ansbach am 18.08.2017 - Foto: Alexander Stingl.|Die gelegentlichen

Klimatelegramm August 2017

ANSBACH. Der Ferienmonat August verlief in Ansbach viel zu warm (und das bereits zum dritten mal in Folge). Zu verdanken ist dies drei hochsommerlichen Phasen (1. bis 5., 14. bis 18. und 22. bis 30. August), die jeweils einen „Hitzepeak“ mit knapp über 30 Grad aufwiesen. Dies sind keine übermäßig heißen Werte – jedoch die zeitgleich extrem hohe Luftfeuchte suggerierte eher „Tropenklima“ als „Sommerwetter“. Die mittlere relative Luftfeuchte im August 2017 lag bei unangenehmen 84 %, so hohe Werte zu dieser Jahreszeit gab es in Ansbach in den letzten 37 Jahren sonst nur noch 2002 und 1982 (ebenfalls jeweils 84 %).

Die insgesamt 5 Gewittertage über Ansbach bescherten an 4 Tagen teils heftige Regenfälle mit Starkregen und summen über 10 Liter je Quadratmeter, was am Ende trotz negativer Bilanz bei den Niederschlagstagen (z.B. blieb es vom 20. bis 30. komplett niederschlagsfrei!) einen deutlichen Niederschlagsüberschuss von 28 % an der Wetterstation in Schalkhausen bedeutete.

Gewitterfront am 18.08.

In Erinnerung bleibt die Gewitterfront vom 18. August 2017. Es war eine unheilvolle Kombination, die die Wetterküche an diesem Tag für Süddeutschland parat hielt: Schwülarme Luft aus dem Mittelmeerraum wurde zwischen dem Hoch „Maria“ über Österreich und Sturmtief „Kolle“ über Schottland nach Mittelfranken transportiert.

Die Temperaturen stiegen im Sonnenschein an der Wetterstation in Ansbach-Schalkhausen bis 15.50 Uhr auf schwülwarme 29,6°C an. Gegen 17.15 Uhr ging es dann rasend schnell: Von der Frankenhöhe her kommt schob sich die Kaltfront des Tiefs über Mittelfranken hinweg nach Osten – die Kaltluft drückte auf die bodennahe schwüle Warmluft.

Luftmassengrenze

Die Luftmassengrenze begann sich ob des Tempos durch Fallwinde „einzudrehen“, was sich am Himmel als eine bedrohlichen „Wolkenwalze“ über Ansbach entpuppte, meteorologisch bekannt als eine sogenannte „Squall Line“ bzw. „Shelf Cloud“ (bei zusätzlich seitwärts scherenden Höhenwinden).

Einhergehend mit Sturmböen bis zur Windstärke 10, Regen und kräftigen Hagelschlag mit Körnern von mehreren Millimetern Durchmesser von 17.20 bis 17.35 Uhr fegte die Gewitterlinie über Ansbach hinweg – und war Dank ihrer Geschwindigkeit und geringen Breite schnell über die Rezatstadt hinweg gezogen.

Sie hinterließ erfreulicherweise – im Gegensatz zu anderen Regionen in Süddeutschland -weitaus weniger Schäden in Ansbach als Gewitter verursachen können: Einzelne Hitze- bzw. Wärmegewitter ziehen z.B. langsamer und können daher weitaus heftiger ausfallen (wie z.B. beim Jahrhundertunwetter am 29. Mai 2016).

„Shelfcloud“ letztmals 2014

Eine „Shelfcloud“ gab es bei einem Gewitter über Ansbach zuletzt am 2. August 2014. Damals war die Front wesentlich heftiger – die Ansbacher Innenstadt stand damals unter Wasser (die FLZ berichtete). Vor drei Jahren fielen im Stadtzentrum binnen 20 Minuten rund 40 Liter Regen. In diesem Jahr war es bei weitem nicht so heftig:

In Schalkhausen waren es binnen 30 Minuten lediglich 8,7 Liter. Durchaus kräftiger waren die Niederschläge der Gewitterfront z.B. an der Wetterstation in Külbingen: hier kamen 18 Liter in einer halben Stunde zusammen. Mit den weiteren Gewittern in der Nacht zum 19. August summierten sich die Regenmengen in Schalkhausen übrigens auf 19,5 Liter und 34 Liter in Külbingen. Keine andere Wetterstation in Mittelfranken kam in der Summe auf mehr Regen (und Hagel) als Külbingen.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Wetterstation Ansbach.

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