Die Ansbacher Kammerspiele. Foto: Pascal Höfig
Die Ansbacher Kammerspiele. Foto: Pascal Höfig

Strom zu Gas Anlage der Stadtwerke Ansbach übertrifft alle Erwartungen

Projektphase abgeschlossen

Die Projektphase der Thüga-Gruppe zur Erkundung der Strom zu Gas-Speichertechnologie ist erfolgreich abgeschlossen. „Speicher sind ein wichtiger Baustein der Energiewende.

  • Projektplattform zur Erkundung der „Strom zu Gas“ (SzG) Technologie in der Thüga-Gruppe erfolgreich abgeschlossen
  • Wichtige Erkenntnisse wurden in den zurückliegenden fünf Jahren Projektarbeit gesammelt und wissenschaftlich abgesichert
  • SzG und Gasverteilnetze sind integraler Bestandteil der Energiewende
  • Politik muss entsprechende Rahmenbedingungen schaffen

Die Technologie ermöglicht, nicht bedarfsgerechten erneuerbar erzeugten Strom – typischerweise aus Wind oder Solar – bestmöglich zu nutzen. Wir konnten eindeutig belegen, dass die Gemeinschaftsanlage in den zurückliegenden drei Jahren Praxisbetrieb alle Belastungstests bestanden hat.

Viele Erkenntnisse geliefert

Die Technologie hat viele Erkenntnisse für die weitere Nutzung geliefert“, zeigt sich Roland Moritzer, Geschäftsführer der Stadtwerke Ansbach erfreut. Bei der Inbetriebnahme der von ITM Power gelieferten Anlage auf dem Unternehmensgelände der Mainova in Frankfurt im Jahr 2014 war dies die weltweit erste Protonen-Austausch- Membran-Elektrolyseur (PEM) Demonstrationsanlage, die Strom in Wasserstoff umwandelt und in das kommunale Gasverteilnetz einspeist.

Strom zu Gas oder auch Power to Gas genannte Technologien verfolgen das Ziel, Strommengen aus erneuerbaren Quellen in Gas umzuwandeln und damit der Nutzung im Wärme-, Mobilitäts- oder Stromerzeugungsmarkt zuzuführen.

Know-how gebündelt

In dem Projekt haben 13 Unternehmen der Thüga-Gruppe ihr Know-how gebündelt und gemeinsam mit ITM Power in die Entwicklung der Strom zu Gas-Speichertechnologie investiert. Dabei stand die Prüfung der Praxistauglichkeit im Fokus. Aus Sicht der Projektpartner hat die Strom-zu- Gas Technologie damit bewiesen, dass sie die notwendigen Voraussetzungen für den Praxiseinsatz erfüllt.

So wurde die Anlage während des Livebetriebes mit Wind- und Solaranlagen, einem Blockheizkraftwerk (BHKW) und dem Stromverbrauch mittels Computersimulation in einem Smart Grid zusammen geschaltet. Nach Ansicht der Projektpartner hat sich die Technologie damit auch bei intelligenten Netzstrukturen bewährt.

Hoher Wirkungsgrad

„Übertroffen hat die Anlage unsere Erwartungen besonders beim Wirkungsgrad. In ihrem relevanten Lastbereich zwischen 50 und circa 325 Kilowatt erreicht die Gesamtanlage – von der Stromentnahme bis zur Gaseinspeisung – einen Wirkungsgrad von bis zu 77 Prozent, bezogen auf den Brennwert“, hebt Roland Moritzer besonders hervor.

„Ferner konnten wir belegen, dass die Strom zu Gas-Technologie prinzipiell auch für den Einsatz im Primärregelenergiemarkt geeignet ist. Von den Vorteilen der Strom zu Gas-Technologie überzeugten sich in den zurückliegenden Monaten mehr als 1.300 Besucher.

Integraler Bestandteil der Energiewende

Aus Sicht der Projektpartner sprechen die volks- und energiewirtschaftlichen Gründe für eine kluge Kombination von SzG-Technologie und Gasverteilnetze:

  •  Die notwendige Gasnetzinfrastruktur als Speichermedium ist vorhanden.
  •  Nur das Gasnetz verfügt über die Kapazität, um den enormen Gesamtspeicherbedarf der Energiewende zu decken.
  • Ein großer Anteil des 2020 bestehenden Speicherbedarfs kann bereits durch die Umwandlung von Strom zu Wasserstoff und dessen Einspeisung in das Gasverteilnetz gedeckt werden.
  • Nahezu unbegrenzte Speicherkapazität entsteht durch eine zusätzliche Methanisierung des erzeugten Wasserstoffes.
  • Die Kopplung des Stromsektors mit dem Gassektor über die SzG-Technologie führt zu einer deutlichen Entlastung der Stromnetze und verringert deren Ausbaubedarf.

Rahmenbedingungen durch Politik

„Wer im Rahmen der Dekarbonisierung der Stromerzeugung, des Wärmemarktes und des Mobilitätsmarktes die SzG-Technologie nicht berücksichtigt, der verbaut der derzeit aussichtsreichsten Langzeitspeicherlösung die Zukunft und behindert die Energiewende“, unterstreicht Roland Moritzer. Nach Auffassung der Projektpartner ist die neue Bundesregierung gefordert, ein schlüssiges Konzept zur Entwicklung der SzG-Technologie vorzulegen.

Über die Projektplattform

In der Projektplattform haben bis zu 13 Unternehmen der Thüga-Gruppe ihr Know-how und Kapital gebündelt, um gemeinsam in die Entwicklung der Strom zu Gas- Speichertechnologie zu investieren. Im Fokus steht die Prüfung der Praxistauglichkeit der Strom zu Gas Technologie. Die Unternehmen sind überzeugt, dass diese langfristig das größte Potential hat, die nicht bedarfsgerechten erneuerbar erzeugten Mengen an regenerativen Energien zu speichern.

Zu diesem Zweck haben die Unternehmen über mehrere Jahre (2013 – 2017) gemeinsam eine eigene Demonstrationsanlage in Frankfurt am Main betrieben. Die Anlage wandelt Strom in Wasserstoff um und speichert diesen dann in das Gasverteilnetz ein. Insgesamt wurden über 1,5 Millionen Euro investiert.

Gefördert würde das Projekt vom hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung sowie der Europäischen Union. Die Anlage ist im Sommer 2017 außer Betrieb genommen und abgebaut worden. Mehr unter www.szg- energiespeicher.de

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Stadtwerke Ansbach.

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