Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig

Ansbacher Supermärkte spenden: „Keiner soll hungern!“

„Bio Witt“ ist weg

Frisch gestrichen in leuchtendem Grün sticht er aus der sonst relativ tristen Gegend sofort heraus: Der „Bio Witt“ in der Welserstraße. Doch nicht überall, wo „Bio Witt“ drauf steht, ist auch „Bio Witt“ drinnen. Schon seit dem 31. Dezember 2016 hat der Bioladen nämlich geschlossen, wahrscheinlich, weil er sich aufgrund der „neuen“ Supermärkte „Denn’s“ oder „Tegut“ im Retti-Center nicht mehr halten kann.

Nicht nur in Ansbach ist der Wandel zu beobachten, dass mehr und mehr Einzelhändler gezwungen sind, ihre Geschäfte zu aufzugeben, weil die großen Ketten Überhand nehmen und mit attraktiven Angeboten Kunden anlocken.

Leerstehend? Von wegen!

Doch was passiert jetzt eigentlich mit dem leerstehenden Bioladen in der Welsertraße? Ein weiteres Gebäude, das wohl wieder Jahre lang ungenutzt bleibt? Nein!

Denn für diese Räume wurde schon längst wieder Verwendung gefunden und diesmal eben nicht mit Geschäften, von denen wir schon genügend haben und die sich in der Ansbacher Innenstadt aneinander reihen.

„Keiner soll hungern!“

Unter dem Motto „Keiner soll hungern!“ engagiert sich seit einiger Zeit hier der Verein „Hilfe in Not e.V.“. Die Gründerin des gemeinnützigen Vereins, Olga Bauer, erzählte uns, dass sie diesen von gut 10 Jahren ins Leben gerufen hat, um Menschen helfen zu können, die finanziell in Not gerieten. „Auch bei uns in Deutschland gibt es viel Armut!“, sagte Frau Bauer.

Doch einfach vorbei kommen und günstig Lebensmittel für das Abendessen absahnen? Nein, so funktioniert das nicht. Erst, nachdem Papiere geprüft wurden und fest steht, dass Unterstützung auf jeden Fall notwendig ist, darf man um bestimmte Uhrzeiten vorbeischauen und bekommt für ein paar Euro verschiedene Lebensmittel. Ältere Leute, die eine niedrige Rente erhalten, zählen hier zum Beispiel nicht dazu.

Ehrenamtlich

Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Erwachsene zahlen zwei Euro und Kinder jeweils einen Euro – für das dritte, vierte oder fünfte Kind muss nichts mehr gezahlt werden. Ehrenamtliche Helfer packen dann, je nach dem wie groß die Familie ist bzw. für wie viel Personen gezahlt wurde, einen Pappkarton voll mit verschiedenen Lebensmitteln – Kaffee, Obst, Jogurt oder Gemüse.

Die Lebensmittel, die an den ehrenamtlichen Verein von Supermärkten oder Bäckereien gespendet werden, sind qualitativ natürlich einwandfrei und werden nach den Vorgaben der Gesundheitskontrolleure gehalten.

Auch Ansbacher Supermärkte spenden

Auch, wenn Frau Bauer für ihren Verein aus vielen anderen großen Städten wie Berlin Unterstützung von Supermärkten erhält und reichlich Lebensmittel gespendet werden, helfen auch hier in Ansbach ein paar Geschäfte mit. Beispielsweise Lidl oder auch eine Filiale von Edeka erkannten, wie wichtig es ist, solche Ideen zu unterstützen und Menschen zur Seite zu stehen, die diese Hilfe eben benötigen.

Natürlich ist der Verein auch weiterhin nicht nur auf die Hilfe der Supermärkte angewiesen, sondern auch auf fleißige Helfer, die bereit sind, sich ehrenamtlich für einen guten Zweck einzusetzen und mit anzupacken.

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