Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig

Cannabis Social Club Ansbach

Welche Ziele verfolgt der Cannabis Social Club Ansbach?

Ganz schön schwer hatte es der Cannabis Social Club in Ansbach als eingetragener Verein genehmigt zu werden. Mittlerweile hat der Verein 14 Mitglieder unter Vorstand Udo Hochreuter. Im Interview erklärt der 49-jährige Tierpfleger welche Ziele der Club verfolgt und argumentiert gegen Vorurteile.

Ansbach Plus: Herr Hochreuter, wie ist der Cannabis Social Club Ansbach entstanden?

Udo Hochreuter: Nach langem Kämpfen und vielen Satzungsänderungen wurde der Club Anfang 2016 als Verein anerkannt. Mittlerweile haben wir 14 Mitglieder, die zwischen 29 und 60 Jahren alt sind und aus ganz unterschiedlichen sozialen Schichten kommen. Bei uns muss nicht jeder kiffen, zum Beispiel findet unser ältestes Mitglied unser Vorhaben einfach gut, zudem haben wir auch zwei Mitglieder, die aus gesundheitlichen Gründen Marihuana nutzen möchten. Insgesamt sind die Ansbacher leider sehr ängstlich,  sich bewusst zum Cannabiskonsum zu äußern und auch dahinter zu stehen. Ich hoffe wir werden dennoch bald mehr Mitglieder.

A+: Was genau möchte Ihr Verein denn?

Udo Hochreuter: Unser Verein setzt sich für die Legalisierung von Cannabis ab 18 Jahren ein. Ziel ist es, irgendwann mal selbst Marihuana kontrolliert für den Eigenbedarf im Verein anzubauen.

A+: Momentan zählt Marihuana in Deutschland zu den illegalen Rauschgiftmitteln, warum sollte die Droge legalisiert werden?

Udo Hochreuter: Ich persönlich befürworte eine Legalisierung vor allem wegen den Patienten, die dadurch zur Schmerzlinderung vergünstigt kiffen könnten. Die meisten trauen sich wegen dem Berg an Auflagen gar nicht, einen Genehmigungsantrag zu stellen. Außerdem möchte ich Cannabis aus der Kriminalität holen, meiner Meinung nach ist der Suchtfaktor wesentlich geringer als bei Alkohol oder Tabak, wobei die Schädlichkeit für die Lunge beim Rauchen von Hanf ähnlich stark ist wie bei Tabak. Hanf kann man aber zum Beispiel auch in einem Vaporizer verdampfen, wobei keine schädlichen Verbrennungsprodukte anfallen oder als Speise nutzen, indem man es in Plätzchen backt. Unser Verein möchte sich auch dafür einsetzen, dass Aufklärungsarbeit an Schulen betrieben wird, keinesfalls möchten wir Werbung für den Cannabiskonsum machen, dies gehört sich nicht, genauso wie für Alkohol oder Zigaretten.

A+: Viele sehen Marihuana als Einstieg für härtere Drogen, wie ist Ihre Meinung dazu?

Udo Hochreuter: Für mich ist das ein altes Schauermärchen. Wenn überhaupt, gebe ich dafür dem Schwarzmarkt die Schuld. Dort kann es sein, dass Dealer einem härtere Drogen anbieten und man so eher mit diesen in Berührung kommt. Das würde sich durch legales Anpflanzen ändern. Zudem könnte dadurch die Qualität des Stoffes verbessert werden, so weiß man auch, was man raucht.

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