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Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig

Ein Leben für das Ehrenamt: Interview mit der Tafelgründern

Bayrisches Ehrenzeichen für Tafelgründerin

Vor 17 Jahren hat Edeltraut Merker die Tafel in Ansbach gegründet. Für bedürftige Menschen setzt sich die 76-Jährige aber schon ihr ganzes Leben ein. Für ihr Tätigkeit in der Tafel hat sie im Oktober das Ehrenzeichen für Verdienste im Ehrenamt von Ministerpräsident Horst Seehofer erhalten. Im Interview erzählt Edeltraut Merker über ihr Ehrenamt und den Menschen, die zu ihr kommen.

Ansbach Plus: Frau Merker, Sie sind die Gründer und Leiterin der Ansbacher Tafel, wie sind Sie vor 17 Jahren darauf gekommen, einen Tafelladen in Ansbach zu eröffnen?

Edeltraut Merker: Ich bin durch meinen Beruf als studierte Jugenderzieherin schon immer im sozialen Bereich tätig gewesen. Eine Freundin hat mich damals darauf gebracht, einen Laden für Bedürftige zu eröffne. So etwas gab es zu der Zeit noch gar nicht. Ich bin damals von Geschäft zu Geschäft gelaufen und habe nach Lebensmittel gefragt. Alles hat klein angefangen, jetzt kommen an einem Samstag zwischen 300 bis 400 Bedürftige in unseren Laden.

A+: Wie viel Zeit investieren Sie in Ihr Ehrenamt?

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Merker: Ganz schön viel. Im Durchschnitt bin ich 20 bis 25 Stunden in der Woche für die Tafel aktiv. Da ich aber noch ehrenamtlich als Kreisjugendbeauftrage bei der Arbeiterwohlfahrt tätig bin, mich um einige Senioren im Pflegeheim kümmere sowie Jugendfreizeiten für bedürftige Kinder betreue, ist das Ehrenamt fast mein ganzer Lebensinhalt. Da muss meine Familie und alles andere hinten anstehen.

A+: Wie sieht es allgemein mit dem Ehrenamt in Ansbach aus, sind da viele so engagiert wie Sie?

Merker: Wir haben 80 bis 110 Ehrenamtliche aus dem Raum Ansbach, die uns unterstützen. Vom Schüler bis zu mir mit 76 Jahren sind alle Altersklassen vertreten. Allerdings wollen die Freiwilligen meist nicht regelmäßig arbeiten, sondern nur wenn es ihnen passt. Deswegen kommt es schon mal öfter vor, dass wir unterbesetzt sind. Dafür geht es uns finanziell gesehen gut, auch wenn wir keine Unterstützung vom Staat oder der Stadt bekommen. Wir leben durch Spenden von Privatpersonen und Geschäften.

A+: Wer darf alles in den Tafelladen kommen?

Merker: Zu uns kommen die verschiedensten Menschen. Arbeitslose, Rentner, Hartz-IV-Empfänger, Alleinerziehende oder Familien. Das Landratsamt verweist diese an uns. Im Tafelladen dürfen die Menschen dann für zwei Euro einen Wocheneinkauf machen.

A+: Wie ist das Verhältnis zu den Menschen, die zu Ihnen kommen, kennen Sie die persönlich?

Merker: Die meisten kenne ich persönlich. Es gibt welche, die kommen seit dem ersten Tag der Ansbacher Tafel. Viele wollen mit mir sprechen, fragen nach mir und wollen sich bei mir bedanken. Erst heute habe ich von jemanden Blumen geschenkt bekommen. Vielen gebe ich auch Ratschläge, für viele bin ich aber auch einfach eine gute Zuhörerin. Auch wenn ich den Kontakt mit den Menschen mag, bin ich sehr froh, wenn jemand seinen Tafelschein bei mir abgibt und mir sagt, dass er Arbeit gefunden hat.

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