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Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig

Der Hofgarten – barockes Idyll oder Schauerpark?

Nicht alles Gold was glänzt?

Unser Ansbacher Hofgarten ist die grüne Lunge der Stadt. Vor der Orangerie erstrahlt ein buntes Blütenmeer, schattige alte Bäume spenden Schatten beim Picknick und in der Mittagspause könnt Ihr Euch auf den Bänken und Wiesen die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Zudem ist er mit der Orangerie ein barockes Kulturgut und Schauplatz für die alljährlichen Rokoko-Festspiele. So dachten wir zumindest…

Beschwerden auf Facebook

In zahlreichen Artikeln haben wir Euch den Hofgarten als Naherholungsort empfohlen. Doch beim letzten Mal haben wir einige negative Kommentare von Euch erhalten:  „… an jeder Ecke hocken welche und saufen mit grölender Musik.“ Zudem seien die Zustände am Spiel- und Sportplatz momentan „katastrophal“ und „abartig“. Selbst das Wort „Drogenumschlagplatz“ fiel in dem Zusammenhang. Die Kommentatoren würden ihre Kinder dort nicht mehr spielen lassen, da sie sich im Hofgarten unwohl fühlen, alles vermüllt sei und niemand vom Sicherheitsdienst zu sehen war. Das konnten wir natürlich nicht auf uns sitzen lassen und haben einmal nachrecherchiert.

Verantwortung liegt bei Stadt und Bayerischer Schlösserverwaltung

Unsere erste Anlaufstelle war natürlich die Stadt. Wir haben sie mit Euren Kommentaren konfrontiert und nachgefragt, ob ihnen die Problematik überhaupt bekannt ist? Daraufhin kam zunächst der Hinweis, dass die Bayerische Schlösserverwaltung für den Hofgarten verantwortlich sei. Kein Wunder, schließlich kümmert die sich um viele staatliche Schlösser, Gärten und Seen in ganz Bayern. Die Ansbacher Polizei konnte die Vorwürfe ebenso wenig bestätigen. Den Beamten lägen derzeit keine Delikte oder Beschwerden vor. Bürger könnten sich jedoch jeder Zeit melden, wenn akut etwas vorliegt. Denn präventiv unternimmt die Polizei im Hofgarten nichts.

Unterschiedliche Handhabung

Von der Bayerischen Schlösserverwaltung mussten wir zunächst erfahren, dass die relevantesten Bereiche, also der Spiel- und Sportplatz, der Stadt Ansbach zur Nutzung überlassen sind und wir uns bei Fragen dorthin wenden sollen. Bei der zweiten Nachfrage erhielten wir schließlich folgende Antwort: „Für die Säuberung ist das Betriebsamt zuständig, was einmal in der Woche Mülleimer entleert und die Bereiche säubert. Zudem fand auf dem Spielplatz vor kurzem die alljährliche Sandreinigung statt.“ Sandreinigung schön und gut. Aber dass ausgerechnet an dem Ort, wo sich die meisten Kinder aufhalten, nur einmal pro Woche sauber gemacht wird, finden wir nicht so toll…

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Im restlichen Hofgarten, wofür die Bayerische Schlösserverwaltung zuständig ist, entfernen die Mitarbeiter nämlich jeden Morgen Abfall und Schmutz. Allerdings finden sie zur Zeit vermehrt Glasscherben. Das könnte, unserer Meinung nach, ein Hinweis auf die genannten „Trinkergruppen“ sein. Auch interessant war die Information, dass der Hofgarten seit mehreren Jahren nicht mehr „bestreift“ wird. Mangelndes Personal sei hier unter anderem der Grund dafür. Doch nur wenige Tage nach unserem Hinweis erhielten wir eine neue Auskunft. Seit 19. August sind wieder zwei Mitarbeiter vom Sicherheitsdienst während der Abendstunden unterwegs. Ob die Streife nach den Ferien noch weiter patrouilliert, sei allerdings noch nicht beschlossen.

Öffnungszeiten des Ansbacher Hofgartens

Nachts ist der Hofgarten geschlossen. Die Schließung erfolgt durch eine Sicherheitsfirma. Von deren Seite liegen der Bayerischen Schlösserverwaltung keine Beschwerden oder Berichte über Schwierigkeiten vor. Seit März diesen Jahres wurden die Öffnungszeiten sogar gelockert und laut der Schlösserverwaltung würde dies in Ansbach durchwegs positiv aufgenommen

  • April bis August: Von 7.15 bis 22 Uhr
  • September, Oktober und März: 7.15 bis 20 Uhr
  • November bis Februar: 7.15 bis 18 Uhr

Unser Eindruck

Was wäre eine Recherche, wenn wir uns nicht selbst ein Bild vor Ort gemacht hätten. An einem sonnigen Tag unter der Woche um die Mittagszeit haben wir also einen Spaziergang im Hofgarten unternommen. Angefangen am Eingang über den Schlossplatz, vorbei an der Orangerie in Richtung Sport- und Spielplatz. Überall waren Besucher und genossen das tolle Wetter. Die Mülleimer waren geleert und auch sonst war nichts Negatives zu bemerken.

Am Spiel- und Sportplatz angelangt sticht einem jedoch ein Nachteil sofort ins Auge:  Die direkte Nähe zu den Toiletten. Das Innere offenbarte, was man außen bereits roch. Details möchten wir Euch ersparen… Ebenso lagen mehrere zerbrochene Bierflaschen davor. Allgemein war ein höheres Müllaufkommen in der Gegend zu beobachten, als im Rest der Anlage. Dennoch waren ein paar Familien mit ihren Kindern vor Ort. Allerdings musste man nur kurz ums Eck gehen, um in einem schmaleren Weg oben im Gebüsch eine Gruppe von Erwachsenen zu entdecken, die sich scheinbar nicht ihr erstes „Bierchen“ gönnten.

Fazit

Letzten Endes bleibt nur zu sagen: Jeder muss selbst für sich entscheiden, wo er seine Freizeit verbringen möchte. Die Wahrnehmung ist nicht bei jedem Menschen gleich und nicht jeder fühlt sich überall gleich wohl. Als „Drogenumschlagplatz“ oder „Müllhalde“ haben wir den Hofgarten nicht erlebt. Vielleicht fühlen sich Betroffene durch die Bestreifung jetzt wieder sicherer. Gerne hören wir noch mehr oder neue Erfahrungen von Eurer Seite. Hinterlasst sie einfach in den Kommentaren!

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