Blaulicht_symbol

Gefährliches Ausparkmanöver

Wer Schaden verursacht, muss dafür bezahlen

ANSBACH. Ein Mann aus dem Landkreis Ansbach bleibt auf den Kosten eines Verkehrsunfalls teilweise sitzen. Wer einen Schaden verursacht, muss für die Behebung des Schadens bezahlen.

Das Amtsgericht Ansbach hatte im Oktober über einen Verkehrsunfall zu entscheiden, der sich auf dem Parkplatz eines Bahnhofs im Landkreis Ansbach ereignet hatte. Ein Mann parkte rückwärts aus einer Parklücke aus und übersah dabei eine junge Frau, die mit dem Auto ihres Vaters Richtung Ausfahrt fuhr. Es kam zum Zusammenstoß.

Der Vater ließ das Auto für 2.700 Euro reparieren. Diese Kosten wollte er erstattet bekommen. Die Versicherung des Ausparkenden erklärte aber, an dem Auto sei ein „wirtschaftlicher Totalschaden“ entstanden. Das heißt, die Reparaturkosten seien höher als der sog. „Wiederbeschaffungswert“ von angeblich nur 1.500 Euro.

Die Versicherung war daher nur bereit, diesen Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwerts des Autos zu zahlen. Außerdem sei die Tochter mit schuld an dem Unfall. Das sah der Vater anders und klagte auf Zahlung der gesamten Reparaturkosten.

Zu schnell unterwegs

Das Gericht hörte einen Verkehrssachverständigen und kam zu der Ansicht, dass beide Autofahrer eine Mitschuld an dem Unfall trugen: der Ausparkende zu 75 %, weil er beim Rückwärtsausparken nicht ausreichend nach hinten geschaut hatte, und die Frau zu 25 %, weil sie auf dem Parkplatz auch etwas zu schnell unterwegs gewesen war.

Wäre sie langsamer gefahren, hätte sie noch rechtzeitig bremsen können.

Das Amtsgericht gab der Versicherung aber auch insoweit recht, dass sich diese 75 % aus dem Wiederbeschaffungswert berechnen. Den Wiederbeschaffungswert setzte das Gericht nach Anhörung des Sachverständigen aber höher an als die Versicherung. Der Vater konnte so letztlich noch gut 1.900 Euro beanspruchen.

Das sah nun auch das Landgericht Ansbach so. Das Urteil des Amtsgerichts ist damit rechtskräftig (Urteil vom 12.10.2015, Az. 5C 532/5).

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung Amtsgerichts Ansbach.

- ANZEIGE -

Kommentare zum Artikel

Kommentare zum Artikel

AUCH INTERESSANT