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Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig

Alte Tradition und noch immer beliebt: Das Maibaumaufstellen

Der Start in den Mai beginnt oft traditionell

Bunte Bäume, Liebesbeweise und fröhliche Feste – in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai ist so einiges los. Traditionell stellen viele Dörfer hier in der Gegend einen Maibaum auf. Das Aufstellen findet entweder am Abend des 30. Aprils oder am Morgen des 1. Mais statt. Der Baum sollte gerade gewachsen sein und natürlich möglichst hoch, damit ihn jeder sehen kann. Meist stellen ihn die Gemeinden am Dorfplatz auf und alle treffen sich, um zu feiern. Doch bis es soweit ist, muss noch viel geschehen.

Das Herrichten

Nachdem die Dorfgemeinde den Baum gefällt hat, kommt er in den Ort. Auf den mühsamen Transport folgt das Schmücken. Meist binden die Frauen ein oder zwei große Kränze aus Nadelzweigen, die später im oberen Drittel des Baumes hängen. Zudem muss die Rinde komplett oder in einem bestimmten Muster abgehobelt werden. Häufig ritzen Dörfer zudem ihre Wappen, die Jahreszahl oder andere Symbole in die braune Rinde. Die Äste kommen deshalb komplett ab. Nur die grüne Spitze bleibt erhalten. Anstatt der eingeritzten Zeichen, stecken manche auch Holzschilder oder Figuren in den Baum. Die größte Sorge bei den Arbeiten: Hoffentlich bricht die empfindliche Spitze nicht ab! Bunte Bänder an den Kränzen und übrigen Zweigen bilden den Abschluss des Schmückens. Darauf folgt der nächste Knochenjob. Schließlich muss der liegende Baum noch in die Höhe! Mithilfe von mehreren „Schwalben“ (zwei Stecken verbunden mit einem Seil) hieven die Männer den Baum Stück für Stück nach oben. Das kann je nach Größe bis zu zwei Stunden dauern. Sobald der Maibaum steht und befestigt ist, beginnt der gemütliche Teil. Ein paar Leute sollten den Baum aber stets bewachen.

Der Maibaumklau

In der Nacht des Aufstellens besteht nämlich die Gefahr, dass Nachbardörfer auf Streifzug gehen und die frisch aufgestellten Bäume gleich wieder absägen! In der Zeit davor lauert jedoch noch eine ganz andere Bedrohung. Der Maibaumklau. Auch hier entwenden die benachbarten Gemeinden den bereits gefällten Baum und verlangen eine Auslöse – meist in Form von Bier oder Hochprozentigem.

Vor ein paar Tagen hat Staatskanzleiminister Marcel Huber (CSU) den Maibaumklau „entbürokratisiert“. Genauer gesagt: Jeder kann jetzt ohne größere Bedenken überall die Bäume klauen. Denn bis dahin musste man sich den Transport mindestens zwei Wochen vorher genehmigen lassen. Dieser Bürokratieakt fällt nun weg. Ein sicherer Transport mit Blaulicht Feuerwehr, Polizei oder THW muss dennoch eingehalten werden.

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Die Liebesbirken

„Das Birken stellen“ ist ein weiterer Baumbrauch in der Nacht zum 1. Mai. Junge Männer schlagen oft illegal eine junge Birke im Wald und stellen sie unter das Fenster oder vor die Tür ihrer Angebeteten. Wer sich viel Mühe gibt, verziert das Bäumchen beispielsweise noch mit Bändern oder einem Herz. Der Kreativität ist hierbei keine Grenze gesetzt. Für die Damen beginnt am nächsten Morgen häufig das Rätselraten, falls der Steller keine Nachricht hinterlassen hat. Aber Achtung liebe Männer! In manchen Gegenden gilt: Bei der dritten Liebesmaie, an die gleiche Frau, folgt der Heiratsantrag! Also immer schön mitzählen.

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