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Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig

Ansbacher Lokalrunde: Give me Mohr – Das Gasthaus „Zum Mohren“

Ansbacher Lokalrunde: Give me Mohr – Das Gasthaus „Zum Mohren“

Das Gasthaus „Zum Mohren“ befindet sich im Herzen Ansbachs, in der Pfarrstraße 9, der angeschlossene Biergarten liegt An der Riviera und in unmittelbarer Nachbarschaft zum „Freiraum“.

Man verabredet sich „im Mohren“ oder trifft sich dort, ohne verabredet zu sein. Das Lokal ist eine behagliche Anlaufstelle für alle, die es gemütlich und gesellig mögen. Stammgäste sitzen da an Stammtischen, und neue Gäste werden herzlich empfangen. Man fühlt sich gleich wohl, wenn man zur Tür hinein geht oder im Sommer einen Platz im Biergarten ergattert hat. Woran das liegt? Wir wissen es nicht.

Etwas Besonderes ist das Gasthaus allemal! Da sind zunächst die Öffnungszeiten zu nennen, die quasi unerreicht sind. Schließlich sind es nur 3 Tage im Jahr, in denen das Wirtshaus geschlossen hat.

Des Weiteren dürfte es weltweit nur wenige Gasthäuser geben, durch die eine mittelalterliche Stadtmauer verläuft. Und dann ist da auch noch ein Griechischer Wirt, der die fränkische Wirtshauskultur so pflegt wie kaum kein anderer. Dieser Mohrenkopf, Verzeihung – des Mohren Kopf – ist seit 2015 Sotirios Dossis. Zuvor stand das Lokal von 1990 bis 1995 leer, bis es von Ansbacher Architekten gekauft und renoviert und am 9. August 1997 von der Kammerspiele GbR geöffnet wurde.

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Das kulinarische Angebot beinhaltet fränkische Schmankerl und viele überregionale Gerichte. In der Speisen- und der Saisonkarte findet jeder etwas, da gibt es Deftiges, Vegetarisches, Kaltes, Warmes, Süßes. jede Menge Flüssiges und kaum etwas Überflüssiges. Der Klassiker ist hier wohl das fränkische Nationalgericht, das Schäufele. Das Schäufele oder Schäuferle, Schäuferla oder Schäufala (im Folgenden einfach Schäufele genannt) ist ein Stück Schweinefleisch aus der Schulter. Und weil das mit dem Fleisch verbundene Schulterblatt die Form eines Schaufelblattes hat, nannte und nennt man es liebevoll Schäufele. Die mit Knochen gebratene Schweineschulter zeichnet sich durch besonders zartes und fettarmes Fleisch aus, das sich beim fertig durchgebratenen Braten leicht vom Knochen lösen lassen soll. Für den Kenner allerdings bedeutet die Kruste die Tüpfelchen auf dem a:. die Schwarte ist perfekt, wenn sie knusprig und goldbraun ist, kleines Bläschen wirft und beim Kauen ordentlich kracht. Vergleichbar mit den „Bäckchen“ beim Karpfen ist das Fleisch auf der Unterseite des Knochens. Lassen Sie sich das sog. „Bürgermeister-„ oder „Pfaffen-„Stück keinesfalls ent- und den Teller zurückgehen. Vom Service-Personal, das wirklich ausgesprochen nett und zuvorkommend ist, gibt es auf Wunsch ein Stück Alufolie, und das übrige Schäufele darf mit nach Hause. Schließlich lässt es sich auch am nächsten Tag noch prima „hineinschaufeln“ und schmeckt kalt richtig gut. Und wer brav aufgegessen hat, kann dann auch sehen, warum das Schäufele eben Schäufele heißt…

Appetit bekommen? Dann beim Gewinnspiel mitmachen und ein „Mohren-Paket“ (5x Schäufele + 5x Mönchshof Kellerbier) gewinnen. Hier geht es zu den Gewinnspiel-Bedingungen.

Was dem Münchner vor dem 12-Uhr-Läuten seine Weißwurst ist, ist dem Franken sein Schäufele am Sonntag. Das wäre geklärt.

Schwieriger und wahrscheinlich nicht abschließend zu klären ist die Frage nach der Herkunft des Lokalnamens. Möglicherweise kommt der Name vom markgräflichen Hof, wo es Hofnarren, Hoftiroler und andere „Exoten“ gab, darunter auch Hof-Mohren. Die ehemals markgräfliche Porzellanmanufaktur zeigt dies auf ihren Fayencen.

Das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert wurde auf Teilen der nördlichen Stadtmauer errichtet. Im Erdgeschoß befindet sich ein Nebenzimmer, das von den südlichen Räumen durch die alte, noch sichtbare dekorative Stadtmauer abgetrennt ist. Die westliche Wand lehnt sich an den dritten nördlichen Befestigungsturm an. Die Stadtmauer gründet auf der vorausgehenden staufischen Stadtmauer, welche etwas um 1179 die erste Stadt umgab. Infolge der unmittelbaren Nähe zur Rezat mit ihren versumpften Auen war eine Erweiterung der Stadt nach Norden nicht möglich. Also baute man dort die zweite Stadtmauer im 15. Jahrhundert unter Markgraf Albrecht Achilles auf die erste (staufische) und versah sie mit einem Wehrgang. Diese Stadtmauer blieb bis etwa 1714. Die Wachsoldaten konnten von ihrem Wachlokal im markgräflichen Schloss auf der Stadtmauer ihre Runden drehen, ohne auch nur einmal in die Stadt hinabzusteigen. Auf der Nordaußenseite des „Mohren“ ist sowohl der Verlauf der Stadtmauer als auch der noch vorhandene Turm zu sehen. Die Stadtmauer wurde 1714 aufgelassen, durchbrochen und überbaut. Im Grundbuch für das Gebäude „Zum Mohren“ war damals eine Heckenwirtschaft verzeichnet.

Im Privatbesitz hat man wahrscheinlich schon sehr früh die Stadtmauer durchbrochen und sowohl innerhalb des Gebäudes als auch außerhalb Getränke ausgeschenkt.

Heute gibt es neben der großen Gaststube mit 50 Plätzen an dieser Stelle die Stadtmauerstube mit weiteren 60 Plätzen für geschlossene Gesellschaften oder Veranstaltungen. Sehenswert ist auch der wirklich urige Bierkeller, der für Feiern gemietet werden kann.

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Kurzum: Das Gasthaus ist schon aus Tradition eine gutbürgerliche, bodenständige Wirtschaft…

Wir ergänzen – und behaupten – … mit dem schönsten Biergarten in Ansbach!

Und erst wenn es wirklich schon spät ist, arrangieren wir uns mit Friedrich Schiller (Die Verschwörung des Fiesco zu Genua III,4 / Muley Hassan, Mohr von Tunis), wenn er sagt: „Der Mohr hat seine Arbeit getan, – Der Mohr kann gehen.“

Er kommt ja wieder… Mo(h)rgen!

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Gasthaus „Zum Mohren“

Inh. Familie Dossis, Sotirios Dossis und Christodoulos Dossis

Pfarrstraße 9

91522 Ansbach

Telefon: 0981 97765733

Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 11:00 bis 15:00 Uhr sowie 17:00 bis 23:00 Uhr

Küchenzeiten: Montag bis Sonntag 11:00 bis 14:30 Uhr sowie 17:00 bis 21:30 Uhr

Bei schönem Wetter ist der Biergarten durchgehend geöffnet.

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