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Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig

Die gerufenen Geister … Zwei RESPECT-Themen zum Jahresabschluss

Mit den letzten zwei Veranstaltungen in 2015 greift RESPECT – Ansbachs Kulturprogramm zu Umweltschutz und Klimawandel nochmals zwei sehr heiße Eisen an: Am 24. November geht es in einem bewegenden Film um das Problem der Endlagerung von Atommüll. Am 15. Dezember um die moralischen und ethischen Aspekte im Umgang mit Tieren.

Am Dienstag, den 24. November zeigt RESPECT einen bewegenden Film zur Problematik der Endlagerung atomarer Abfälle. „Dieser Film“, so Christian Schoen, Initiator der RESPECT-Reihe, „befasst sich mit den Konsequenzen der von unser heraufbeschworenen Geister. Immer wieder ist die Energiewende Thema gewesen; hier kehren wir zu einer der ungelösten Kernfragen zurück, die diese notwendig gemacht hat.“

In den letzten 60 Jahren haben sich rund um die Welt mehr als 350.000 Tonnen hochradioaktive Atomabfälle angesammelt, die für Tausende von Jahren an einem sicheren Ort, sprich: für Mensch und Umwelt unschädlich, endgelagert werden müssen. Doch ein Endlager existiert bis heute nicht, und die Produktion von atomarem Restmüll wird ungebrochen fortgesetzt.

Der in der Schweiz lebende Nuklearphysiker und international renommierte Endlagerexperte Charles McCombie und einige seiner wichtigsten Weggefährten geben dem Regisseur Edgar Hagen Einblick in ihr hartnäckiges Ringen, den dereinst sichersten Ort der Erde zu finden, um das fatale Dilemma zu beheben. Die Reise zum sichersten Ort der Erde ist kontrovers und führt bis ans Ende der Welt. Es zeichnet sich ab, dass es keine schnelle Lösung des Konflikts geben wird. Die Reise zum sichersten Ort der Erde bringt fixe Weltbilder ins Wanken und führt uns an die Grenzen von Wissen und gesellschaftlich Verantwortbarem.

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Im Anschluss an den Film diskutieren Raimund Kamm, Vorstand FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. (Augsburg – Dillingen – Günzburg – Heidenheim – Ulm) und Oliver Rühl, persönlicher Mitarbeiter Landtagsbüro des Abgeordneten Martin Stümpfig BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Sprecher für Energie und Klimaschutz, Stellv. Vorsitzender im Ausschuss für Wirtschaft und Medien, Infrastruktur, Bau und Verkehr, Energie und Technologie.

Am Dienstag, den 15. Dezember wird der Kurzfilm „Ehrfurcht vor dem Leben … Laßt uns über das Töten reden“ gezeigt.

… der Metzger ist ein guter Metzger, der seine Tiere liebt. Diesen scheinbar paradoxen Leitsatz hat Karl Ludwig Schweisfurth, Metzgermeister und ehemaliger Fleischproduzent in einer Form in die Tat umgesetzt, die es möglich macht, wieder hinzuschauen und mit gutem Gewissen zu sagen „Wir müssen töten, um zu leben, wir leben von anderem Leben“. Mit dem Ziel, ganzheitliche ökologische Bedingungen zu schaffen, den Tieren ein artgerechtes, gutes Leben zu ermöglichen und damit höchste Geschmacks- und Gesundheitsqualität zu erzeugen, gründete er nach seinem Ausstieg aus der Fleischindustrie die Herrmannsdorfer Landwerkstätten, die mittlerweile ein Vorbild für nachhaltige Landwirtschaft und Lebens-Mittel-Produktion geworden sind. Das allein genügte ihm aber noch nicht: „Das ‚Wachsen und Ernten‘ des Fleisches muss wieder zu einem zusammenhängenden Vorgang werden, den man anschauen und begreifen kann“. Aus diesem Gedanken heraus veranstaltet Karl Ludwig Schweisfurth inmitten seiner symbiotischen Landwirtschaft, die den Tieren ein freies Leben mit und von der Natur ermöglicht, ein Schlachtfest. In alter handwerklicher Tradition zeigt er uns, wie das Tier achtsam und respektvoll in den Tod gebracht werden kann – in Ehrfurcht vor dem Leben.

Im Anschluss gestalten Studierende der Hochschule Ansbach unter der Leitung von Professor Sibylle Gaisser den Abend unter dem Titel:
„Heute schon Schwein gehabt?“
Leben bedeutet, auf der Erde zu existieren und frei in den Entscheidungen und Möglichkeiten zu sein. Für Tiere lassen wir diesen Grundsatz nicht gelten; wir stellen uns über sie und ignorieren ihr Leid und unterstützen es durch den Kauf von Billigfleisch. Ist das Leben eines Tieres mehr oder weniger wert, als das eines Menschen? Ist die Faszination Fleisch wirklich überlebenswichtig für uns Menschen und wie weit ist die nicht artgerechte Haltung sowie der qualvolle Tod unseres „Essens“ vertretbar?
In dieser Veranstaltung möchten die Studenten der vom Studiengang Industrieller Biotechnologie der Hochschule Ansbach, mit Ihnen über das Thema Fleisch und den Umgang mit dem Gut Tier reden und diskutieren.

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