Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig

Erweitertes Führungszeugnis für Ehrenamtliche wird Pflicht

Erweitertes Führungszeugnis für Ehrenamtliche

Die Vereinsvorstände im Landkreis Ansbach werden in den kommenden Tagen Post vom Kreis erhalten. Der Landkreis Ansbach setzt wie alle kreisfreien Städte und Landkreise das Kinderschutzgesetz § 72a SGB VIII um. Es sollen Vereinsvorstände im Bereich der Jugendarbeit verpflichtet werden, Ehrenamtliche mittels Einsichtnahme in das erweiterte Führungszeugniss auf Sexualstraftaten und weitere Verbrechen gegen Schutzbefohlene zu prüfen.

Wird Jugendarbeit in einem Verein geleistet, so sollten Vereinsvorstände einer entsprechenden Vereinbarung zustimmen und diese an das Jugendamt senden.

In dieser Vereinbarung bestätigen die Vereinsvorstände, dass sie keine Personen beschäftigen, die aufgrund von Sexualstraftaten, Missbrauch von Schutzbefohlenen und Menschenhandel, rechtskräftig verurteilt wurden. Zudem verpflichten sich die Träger dazu, sich von ehrenamtliche beschäftigten Personen jetzt und dann künftig alle fünf Jahre ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen zu lassen.

„Auch die Schutzvereinbarung kann sicherlich keinen hundertprozentigen Schutz vor solchen Straftaten garantieren und soll Aufklärung, Sensibilisierung und eine gute Ausbildung der Ehrenamtlichen auf keinen Fall ersetzten. Doch die Vereinbarung ist ein Signal der Vereine, dass jede Möglichkeit Kinder und Jugendlichen vor Übergriffen oder Missbrauch zu schützen, genutzt wird“, erklärt Paul Seltner, Kreisjugendpfleger des Landkreises Ansbach. Im Bereich der professionellen Kinder- und Jugendbetreuung wird solch ein erweitertes Führungszeugnis schon seit vielen Jahren verlangt.

Kosten für das erweiterte Führungszeugnis entstehen für ehrenamtliche Tätige dabei nicht. Das erweiterte Führungszeugnis, das bei den Gemeinden beantragt werden kann, wird den Ehrenamtlichen mit einer entsprechenden schriftlichen Bestätigung des Vereins kostenfrei erteilt. Bei möglichen Fragen, die die Umsetzung des Bundesgesetzes betreffen, steht das Amt für Jugend und Familie den Vereinen und Verbänden hilfreich zur Seite. Im Landratsamt Ansbach wird es Ende März 2015 zwei Informationsveranstaltungen geben. Die Einladungen dazu werden in den nächsten Wochen verschickt.

Quelle: Landratsamt

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