Ehrenamtliche Rotkreuzler versorgten in über 254 Einsatzschichten Flüchtlinge verschiedener Herkunft – Lob an das ehrenamtliche Engagement und die Hilfsbereitschaft der Rotkreuzkräfte
Dinkelsbühl/Feuchtwangen (mg): 200 Flüchtlinge unterschiedlicher Herkunftsländer wurden seit Freitagvormittag (2. Januar 2015) durch insgesamt über 200 ehrenamtliche Einsatzkräfte des BRK- Kreisverbandes Ansbach sowie Mitarbeiter des Landratsamtes in den dafür eingerichteten Notunterkünften Dinkelsbühl und Feuchtwangen betreut: „Der ehrenamtliche Betreuungseinsatz des Roten Kreuzes ist erfolgreich abgelaufen. In über 254 Einsatzschichten betreuten ehrenamtliche Rotkreuzkräfte aus verschiedenen Bereitschaften im Kreisverband die Flüchtlinge. Viele Fachdienste und Gruppen brachten hier aktiv ihre Fähigkeiten und ihr Wissen ein, um die Flüchtlinge angemessen zu versorgen“, so BRK-Kreisbereitschaftsleiter Johannes Stegmann.
Der Einsatz und die vorausgegangene Planung stelle eine logistische und organisatorische Meisterleistung dar, was die folgenden vorläufigen Einsatzzahlen deutlich machen:
254 Einsatzschichten
2572 Helferstunden
Knapp 3500 gefahrene Kilometer auf 24 Einsatzfahrzeugen 3200 zubereitete und ausgegebene Mahlzeiten
450 Decken
200 Feldbetten
Ca. 5600 Heiß- und Kaltgetränke
17 beteiligte Rotkreuz-Bereitschaften
Acht beteiligte Fachdienste- und Gruppen.
Von Anfang an fand eine enge Verzahnung aller beteiligten Rotkreuzkräfte und der beteiligten Behörden statt. Eine Führung und Koordination des Einsatzes erfolgte in Schichtbetrieb und Hintergrundrufbereitschaft durch die
Kreisbereitschaftsleitung, die einen Einsatzstab mit folgenden Funktionen bildete:
Leiter des Stabes: Kreisbereitschaftsleiter J. Stegmann
S1 (Personal/Innerer Dienst): stv. KBLin C. Ziesel S2 (Lage): stv. KBL A. Dlugosch
S3 (Einsatz): stv. KBL M. Liegl
S4 (Versorgung): N. Stegmann
S 5 (Presse- und Medienarbeit): M. Garkisch.
Die Notunterkünfte in Dinkelsbühl und Feuchtwangen wurden durch eine Einsatzabschnittsleitung sowie eine Führungskraft mit Gruppenführerqualifikation geführt. Sanitätsdienstlich wurden die Abschnitte mit je einem Kranken- oder Rettungswagen sowie Sanitätspersonal verstärkt und die Behandlung in Behandlungszimmern bzw. der mobilen Sanitätsstation des BRK-Kreisverbandes sichergestellt. Ebenfalls fanden hier Arztvisiten statt, die durch
das BRK unterstützt wurden. Die Einsatzunterstützungsdienste Verpflegung, Logistik sowie Technik und Sicherheit waren direkt dem Einsatzstab unterstellt und am BRK-Heim Dinkelsbühl untergebracht, von wo aus Transporte und Distributionen erfolgten. Hier wurde ebenfalls ein beheiztes Küchenzelt sowie eine Feldküche TFK 250 aufgestellt und betrieben.
Eine vorab festgelegter interner Prozessablauf für den Aufbau von Notunterkünften gab den Führungskräften und Helfern einen sehr guten Anhaltspunkt für den Aufbau aber auch den Betrieb der Unterkunft. Bis kurz vor Eintreffen der Flüchtlinge war noch nicht gesichert, welche Besonderheiten die Helfer auf Grund der regionalen und ethnischen Herkunft der Flüchtlinge zu beachten sind.
Nach Ankunft der Flüchtlinge in den Notunterkünftigen wurde ein kurzer medizinischer Basischeck durchgeführt. Im Anschluss daran erfolgte eine genaue Registrierung. Hierbei lag neben der namentlichen Erfassung ein Augenmerk auch auf mögliche Besonderheiten, u.a. Kleidungsgrößen, Allergien und Erkrankungen. Im Anschluss an diese Registrierung bekam jeder Flüchtling ein Set für die persönliche Hygiene ausgehändigt, welche durch die ehrenamtlichen Kräfte im Vorfeld des Einsatzes zusammengestellt wurde. Während sich die Flüchtlinge nach dem Prozess der Registrierung bei Getränken, Tee und Kaffee erstmals stärken konnten, erfolgte die Zuweisung der Betten in der Notunterkunft. Dabei lag das Hauptaugenmerk darauf, dass Familien und Flüchtlinge aus demselben Kulturkreis möglichst beieinander bleiben.
Ein weiterer sehr wichtiger Punkt des Einsatzes war die Sicherstellung der Verpflegung für die 200 Flüchtlinge und die zahlreichen Einsatzkräfte. Während des Einsatzes wurden insgesamt 3200 Mahlzeiten und zirka 5600 Kalt- und Warmgetränke vorbereitet und ausgegeben.
In Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Rotkreuzmitarbeitern der Rotkreuzläden Dinkelsbühl und Feuchtwangen wurden Kleiderspenden entgegengenommen, sortiert und an die Flüchtlinge ausgegeben, so dass den winterlichen Verhältnissen und Temperaturen Rechnung getragen werden konnte.
Ebenfalls wurden für die untergebrachten Kinder Spiel- und Malsachen organisiert und ein eigener Kinderbereich eingerichtet. Für Eltern mit Kind, Diabetiker, Versehrte und Senioren wurde versucht, den individuellen Bedürfnissen entsprechend Betreuung und Versorgung zu gewährleisten.
„Die Kreisbereitschaftsleitung Ansbach dankt allen Helferinnen und Helfern, die in den letzten Wochen und Tagen so viel Zeit und Kraft in diesen humanitären Einsatz investierten und zu einem Erfolg führten! Unser Rotkreuzmotto „Aus Liebe zum Menschen“ war nicht nur eine Sprechblase, sondern wurde mit Leben gefüllt. Ebenfalls war für uns Rotkreuzler die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Landkreis, Behörden und Kommunen ein großer Gewinn, über den wir froh und dankbar sind!“, so der Kreisbereitschaftsleiter Johannes Stegmann, der gleichzeitig betonte, dass die Bereitschaft nun in kürzester Zeit ihre Einsatzbereitschaft wieder herstellen und „da sind“, wenn sie gebraucht werden sollten.
Zusatzinformationen: Beteiligte Bereitschaften:
Bereitschaft Ansbach
Bereitschaft Burgoberbach
Bereitschaft Bechhofen
BereitschaftWindsbach
Bereitschaft Herrieden
BereitschaftWilburgstetten
Bereitschaft Heilsbronn
Bereitschaft Neuendettelsau
Bereitschaft Dinkelsbühl
Bereitschaft Leutershausen
Bereitschaft Petersaurach
Bereitschaft Feuchtwangen
Bereitschaft Schillingsfürst
Bereitschaft Sachsen-Lichtenau BereitschaftWeidenbach
BereitschaftWassertrüdingen
Bereitschaft Dietenhofen
Beteiligte Fachdienste und Gruppen:
Schnelleinsatzgruppen Betreuung
Schnelleinsatzgruppen Verpflegung
Fachdienst Technik und Sicherheit
Fachgruppe Logistik
Presse- und Medienarbeit der Bereitschaften im KV Ansbach Schnelleinsatzgruppen Behandlung
Schnelleinsatzgruppen Transport
Fachdienst Rettungshund.
Quelle: BRK