Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig

Greenpeace Ansbach bei der Kartierung alter Laubholzbestände im Spessart aktiv

Bereits zum zweiten Mal machten sich kürzlich vier Ehrenamtliche aus der Ansbacher Greenpeace-Gruppe auf in den Spessart, um sich dort an der Kartierung alter Buchenbestände zu beteiligen. 

Da die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) sämtlichen Umweltschutzorganisationen detaillierte Informationen über Lage, Größe und Struktur dieser Bestände vorenthalten, haben wir es uns zum Ziel erklärt, diese Daten selbst zu erheben. Nach einer ersten Vorauswahl über Luftbildaufnahmen, werden besonders alte und ökologisch wertvoll erscheinende Bestände vor Ort nach gewissen Parametern wie der Altersstruktur oder der Baumartenzusammensetzung beurteilt. Bestätigt sich der herausragende ökologische Wert eines Bestandes, werden darin sämtliche Bäume mit einem Brusthöhendurchmesser von über 50 cm (geschätzt über 140 Jahre alt) per GPS eingemessen. So lassen sich sehr genaue Karten mit schützenwerten Beständen erstellen. Diese Daten werden wir als Grundlage für unsere Forderung nutzen, langfristig 10 % der öffentlichen Wälder in Deutschland aus der Nutzung zu nehmen. Beschlossen wurde dies innerhalb der Nationalen Biodiversitätsstrategie bereits im Jahr 2007 durch sämtliche Fraktionen des Bundestages. Allein das   Engagement zur konkreten Umsetzung durch die Länder lässt bislang zu wünschen übrig. Ein zweites Augenmerk bei der Kartierung wurde auf das Einbringen der aus Nordamerika stammenden Nadelbaumart Douglasie gerichtet. Diese wird in weiten Kreisen der Forstwirtschaft v.a. aufgrund ihrer herausragenden Wuchsleistung als Wirtschaftsbaumart der Zukunft gesehen. Inwieweit das Ökosystem, der bei uns einmaligen Buchenwälder, durch die Douglasie gestört wird, ist noch unzureichend erforscht. Ob das künstliche, großflächige Einbringen dieser  nicht heimischen Baumart in, nach EU-Recht besonders geschützen Buchenlebensräume überhaupt Rechtens ist, wird nach eingereichter Klage von Greenpeace noch geklärt werden.

Es gibt also viel zu tun, wenn wir die letzten Reste urwaldähnlicher Strukturen in unseren weltweit einmaligen Buchenwäldern erhalten wollen und einsehen, dass nicht nur Länder wie Brasilien oder Indonesien Nachholbedarf im Schutz landestypischer Ökosysteme haben.

 

Mehr Information zur aktuellen Kampagne unter www.greenpeace.de

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