Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig

Schwarzer Bock: Eine Million Liter Wasser im April verbraucht

Wohin ist das Wasser verschwunden?

In einem Beitrag des BR-Magazins quer berichtet Gastwirt Christian Fuhrmann vom Schwarzen Bock in Ansbach über eine Wasserrechnung der Stadtwerke mit einer Nachzahlung von knapp 14.000 Euro – für über eine Million Liter verbrauchtes Wasser in nur einem Monat. Der Gastwirt kann sich das Mysterium nicht erklären und weist auf einen Defekt des Zählers hin. Wir haben bei den Stadtwerken Ansbach und dem Geschäftsführer des Schwarzen Bocks nachgefragt.

Statement der Stadtwerke

1. Sehen Sie die zusätzliche Wassermenge als realistisch an?

Die genannte zusätzliche Wassermenge von 1. Mio Liter/Monat (entspricht 1000 m³/Monat) ist falsch. Laut richterlichem Beschluss wurde der Mehrverbrauch innerhalb des ersten Quartals zu unterschiedlichen Teilen verursacht.
Folgende Gesamtverbräuche wurden in Rechnung gestellt:

Januar: 595 m³
Februar: 601 m³
März: 545 m³

Wasserverbrauch im Durchschnitt: 580 m³/Monat (580.000 L/Monat)

Bereits in den ersten Monaten 2015 stellten die Stadtwerke Ansbach aufgrund der monatlichen Ablesung einen erhöhten Wasserverbrauch fest. Die Verbrauchsdaten wurden dem Kunden umgehend schriftlich mitgeteilt. Ebenso wurde er in der Folgezeit sowohl schriftlich als auch im persönlichen Gespräch mehrfach auf den hohen Wasserverbrauch aufmerksam gemacht.

Der monatliche Durchschnittsverbrauch lag in den Vorjahren (2009 – 2014) bei rund 120 m³/Monat. Daraus resultiert ein durchschnittlicher Mehrverbrauch von ca. 460 m³/Monat was einer Menge von 460.000 Litern/Monat entspricht.
Bereits durch einen handelsüblichen Wasserhahn der Nennweite DN 25 kann eine Wassermenge von 900 m³/Monat entnommen werden.

Aus diesem Grund sehen wir die in Rechnung gestellten Wassermengen als realistisch an.

2. Wo könnte diese Menge an Wasser hin verschwunden sein, wenn laut Herrn Fuhrmann keine zusätzlichen Wassermengen im Vergleich zu den Vormonaten verbraucht wurden?

Derartige Verbrauchsschwankungen können durch vielerlei Gründe verursacht werden. Die Erfahrung zeigt, dass undichte Toilettenspülungen, defekte Haushaltsgeräte wie Spülmaschinen und Waschmaschinen oder eine dauerhafte Bewässerung von Becken oder Pools Ursache für einen Mehrverbrauch sein können.

3. Warum wurde bei diesem Fall keine Überprüfung auf einen Messfehler durchgeführt (Rollensprünge), wenn es sich um so eine enorme Abweichung handelt?

Selbstverständlich wurde das Messgerät überprüft – und zwar von einer staatlich anerkannten Prüfstelle für Wasser- und Wärmemessgeräte. Dies geschah auf unsere Veranlassung hin und zu unseren Kosten nachdem der Verbrauch in Frage gestellt wurde! Der Sachverständige der Prüfstelle kam in einer gutachterlichen Stellungnahme zu der Erkenntnis, dass der betreffende Zähler technisch einwandfrei war und auch ein Rollensprung ausgeschlossen werden kann.
Der geeichte Wasserzähler beim Kunden hat die Wassermenge also korrekt erfasst.

Abschließend erlauben wir uns nachfolgenden Hinweis: Unser Anwalt hat uns heute mitgeteilt, dass Herr Fuhrmann keine Berufung eingelegt hat und das Urteil am Landgericht somit rechtskräftig ist.

um Missverständnisse zu vermeiden, dürfen wir darauf hinweisen, dass sich die Angaben im ersten Abschnitt unter Punkt 1 unserer heutigen Mail vom 11.07.2017 um 14:59 Uhr auf das erste Quartal und den richterlichen Beschluss beziehen.
Im Monat April wurde eine Menge von rund 1.100 m³/Monat gemessen. Auch dieser Wasserverbrauch wurde durch das geeichte und von der staatlich ankerkannten Prüfstelle für Wasser- und Wärmemessgerät geprüfte Messgerät gemessen.
Wie Sie unserer oben genannten Mail entnehmen können, kann bereits durch einen handelsüblichen Wasserhahn der Nennweite DN 25 eine Wassermenge von rund 900 m³/Monat entnommen werden.

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