Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Ansbach. Foto: Pascal Höfig

Mein Studienstart in Würzburg – Teil 1: Zimmersuche

Ein anonymer Gastbeitrag einer angehenden Studentin über ihren neuen Lebensabschnitt in Würzburg.

Abitur, Auslandsjahr, Studium

Abitur in der Tasche, das mittlerweile obligatorische Auslandsjahr in Australien und Neuseeland erfolgreich absolviert und nun endlich die Zusage für das Studium. In einigen Wochen geht es für mich hier in Würzburg los und natürlich freue ich mich schon mächtig darauf – auch wenn mir die ein oder andere Hürde das Leben auf meinem Weg zum Studienbeginn schon schwer gemacht hat. Von mehr oder minder erfolgreicher Wohnungssuche über den ersten Wasserschaden: Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich mir den Auszug von zuhause nicht etwas leichter vorgestellt hatte.

„Bitte keine Erstis“

Würzburg war schon seit längerem meine Wunschstadt. Da meine Heimat nicht all zu weit entfernt liegt, bin ich schon einige Male hier gewesen und habe mich sofort in Festung, Käppele und Main verliebt. Auch der Stadtstrand hat mir super gut gefallen. Mit hohen Erwartungen und natürlich einer Menge Vorfreude startete ich vor einiger Zeit also mit der Zimmersuche, um endlich selbst herziehen zu können. Alleine wohnen kam für mich nicht in Frage, deshalb schrieb ich etwa ein dutzend WGs an. Schnell musste ich allerdings feststellen, dass Erstis für viele nicht unbedingt die Traum-Mitbewohner sind und bekam überwiegend Absagen – oder überhaupt keine Antwort. Bei einigen Anzeigen stand sogar explizit dabei, dass auf Erstsemesteranfragen voraussichtlich nicht eingegangen werde.

Letzte Hoffnung: Eigene Wohnung

So langsam endete mein emotionaler Höhenflug und ich fiel in das erste Frustrationsloch. Sorgen machten sich in mir breit: Was wenn ich zu Vorlesungsbeginn nichts gefunden habe? Ich hatte schon einmal von extra für solche Zwecke eingerichteten Zeltlagern gehört, aber wer möchte sein Semester schon unter freiem Himmel beginnen? Um dieses worst-case-szenario um jeden Preis zu verhindern, versuchte ich nun selbst eine Wohnung anzumieten. Doch zu glauben, dass das auf Anhieb mit so viel mehr Erfolg verbunden sei, stellte sich schnell als naiv heraus.

Zwei Zimmer, Küche, Bad

Zu jeder Wohnungsbesichtigung kamen etwa 20-30 Mitkonkurrenten, größenteils mit ihren vorm Vermieter prahlenden Eltern, die allesamt bereit waren, die absurdesten Ablösesummen für verdreckte Küchen oder alte Möbel zu bezahlen. Wie durch ein Wunder bekam ich nach der vierten Besichtigung dann tatsächlich eine Wohnungszusage: Zwei Zimmer, Küche, Bad und sogar einen Balkon – für einen Moment konnte ich mein Glück kaum fassen.

400 WG-Anfragen

Da ich die Miete alleine sowieso nicht bezahlen könnte und nach wie vor lieber in Gemeinschaft leben wollte, startete nun also meine Suche nach einem geeigneten Mitbewohner/in. „Ein paar nette Leute werden sich schon melden“, dachte ich nur – unwissend darüber, wie viele solcher tatsächlich Interesse an meinem freien Zimmer haben würden.

Das Resultat waren rund 400 Anfragen innerhalb von 48 Stunden. Statt ein paar kurzer Zeilen über Alter und Hobbys beschrieben mir die meisten darin ihren halben Lebenslauf, inklusive sozialem Engagement, Auslandsaufenthalte, Pädagogik-Scheine, Praktika und Abiturschnitt. Zeitweise fühlte ich mich mehr wie die Vorgesetzte in einem Bewerbungsgespräch als wie ein Erstsemester mit der ersten eigenen Wohnung. Ich ackerte mich also durch einen Großteil der Texte und lud einige Leute zu einer baldigen Besichtigung ein – Antworten, um den anderen 394 Leuten abzusagen, verschickte auch ich keine.

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